Nacht-Einsatz für Völklinger Wehr

Nacht-Einsatz für Völklinger Wehr

In der Nacht zum Freitag ist auf dem Gelände einer Wadgasser Entsorgungsfirma, ganz nahe an der Grenze zu Wehrden, ein Müllberg in Brand geraten. Völklinger und Wadgasser Wehren rückten mit 100 Leuten aus. Löschwasser mussten sie von der 200 Meter entfernten Saar herbeipumpen.

Völklingen/Wadgassen. Ein Großbrand ist am Donnerstagabend bei einem Entsorgungsbetrieb am Saarufer im Grenzbereich von Wehrden und Wadgassen ausgebrochen. Auf einer Fläche von rund 500 Quadratmetern stand ein Müllberg mit Wertstoffen in Flammen. Gegen 21.50 Uhr wurde das Feuer in der Kurt-Nagel-Straße entdeckt, eine Rauchsäule machte sich bis zur nahe gelegenen Autobahn 620 bemerkbar. Fünf Löschbezirke der Feuerwehren Völklingen und Wadgassen rückten mit 100 Einsatzkräften und 18 Fahrzeugen aus, um den Brand zu löschen. Bis fast drei Uhr nachts hatten die Wehrleute damit zu tun. Dann war der Löscheinsatz beendet. Jedoch blieben neun Feuerwehrleute als Brandwache bis zum Morgen vor Ort, um den Bereich abzusichern und ein erneutes Ausbrechen des Feuers zu verhindern. Um 9.52 Uhr konnten sie dann ihre Wärmebildkamera einpacken und auch selbst abrücken, berichtet Dirk Schoepp, Pressesprecher der Feuerwehr Völklingen. Menschen kamen durch den Brand nicht zu Schaden.

Die Wehrleute arbeiteten dabei "ein paar Meter auf Wadgasser Bann", sagt Schoepp; "bis gestern Abend wusste ich auch nicht, dass da die Völklinger Stadtgrenze schon hinter uns liegt". So teilten sich Wadgasser und Völklinger Wehrleute den Einsatz und die Einsatzleitung. Die Löscharbeiten waren kompliziert: "Die Müllschichten wurden mit Hilfe eines Baggers und eines Radladers abgetragen", sagt Schoepp. Das schwere Gerät stellte die betroffene Firma MWM Waste Management GmbH. Und: "Das Löschwasser haben wir aus der Saar bezogen, die rund 200 Meter entfernt liegt." Vorsichtshalber, wegen "unwegsamen Geländes" am Saarufer, sei auch das Wasserrettungsboot des Löschbezirks Luisenthal dort gewesen; es hätte notfalls Stützpunkt sein können für eine Tragwerkspumpe. Das Ufer habe sich dann doch als fest genug für die Pumpe erwiesen, das Boot kam nicht zum Einsatz. "Wir haben Schaum als Netzmittel benutzt und dann das brennende Material Stück für Stück abgelöscht", berichtet Schoepp weiter. Unter Atemschutz und mit Filtermasken gegen Rauch und Gestank bekämpften die Helfer das Feuer von mehreren Seiten. Auch vom Drehleiterwagen aus, von der Spitze der Leiter, wurde Wasser in den Müllberg geschossen.

Die Brandursache war am Freitag noch nicht bekannt. Spezialisten der Kriminalpolizei hatten am Morgen mit den Ermittlungen begonnen.

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