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"Nacht der langen Messer" bei der Saarbrücker FDP

"Nacht der langen Messer" bei der Saarbrücker FDP

Saarbrücken. Es wird wohl ein langer Abend heute für die Mitglieder der Saarbrücker FDP. Der Kreisvorstand hat sie zur Aufstellung der Stadtratslisten ins Victor's Hotel am Deutsch-Französischen Garten eingeladen. Zum zweiten Mal innerhalb von vier Monaten. Die Nominierung der FDP-Kandidaten für die Stadtratswahl am 7. Juni sei nicht nach demokratischen Regeln verlaufen, sei daher ungültig

Saarbrücken. Es wird wohl ein langer Abend heute für die Mitglieder der Saarbrücker FDP. Der Kreisvorstand hat sie zur Aufstellung der Stadtratslisten ins Victor's Hotel am Deutsch-Französischen Garten eingeladen. Zum zweiten Mal innerhalb von vier Monaten. Die Nominierung der FDP-Kandidaten für die Stadtratswahl am 7. Juni sei nicht nach demokratischen Regeln verlaufen, sei daher ungültig. Das sagt das Saarbrücker FDP-Mitglied Manfred Stalter. Bei der Wahlversammlung am 10. November vergangenen Jahres habe es keine verschlossene Wahlurne gegeben. Die Parteimitglieder hätten so nahe beieinander gesessen, dass jeder den Stimmzettel des anderen gesehen habe, lautet der Vorwurf. Das städtische Wahlamt hat der FDP daraufhin die Wiederholung der Listenaufstellung empfohlen. Die Listenaufstellung sei zwar aus Sicht des FDP-Kreisvorstands "rechtmäßig verlaufen", betonte FDP-Kreisgeschäftsführer Rüdiger Linsler (Foto: SZ/B&B) gestern auf Anfrage. Aber die Zeit, das rechtlich klären zu lassen, sei "zu knapp gewesen". Bis am 2. April, müssen alle Parteien die verbindlichen Kandidatenlisten nämlich im Rathaus abgegeben haben.Ob die Liste, die die FDP am 10. November aufgestellt hat, auch heute Nacht wieder beschlossen wird, ist unklar. Bis gegen Mitternacht könne die Versammlung dauern, sagt Linsler. Nach einer reinen Formsache hört sich das nicht an.Im November hatten sich die beiden amtierenden Stadtverordneten Karin Nehl (Foto: SZ) und Siegfried Neuschwander (Foto: B&B) sehr enttäuscht darüber gezeigt, dass sie von der neuen Parteiführung nicht mehr für die aussichtsreichen Listenplätze vorgeschlagen worden sind. Beide kritisierten das Vorgehehen der neuen Führung, stellten sich in der Mitgliederversammlung aber nicht zur Wahl. Spitzenkandidat der Gebietsliste für die Gesamtstadt, die 2004 von Nehl angeführt wurde, wurde Friedhelm Fiedler (Foto: SZ). Spitzenkandidat auf der Bereichsliste Mitte/West, die 2004 von Neuschwander angeführt wurde, wurde Linsler. Zumindest Siegfried Neuschwander denkt nach SZ-Informationen darüber nach, heute nun doch anzutreten. Neuschwander ist eines der Parteimitglieder, die die Wahlanfechtung durch Manfred Stalter unterstützt haben. Vor zwei Wochen ließ es Neuschwander auf SZ-Anfrage offen, ob er sich um ein Stadtratsmandat bewerben will. Gestern waren weder Neuschwander noch Nehl zu erreichen. Rüdiger Linsler teilte auf Anfrage mit, dass die am 10. November gewählten Kandidaten wieder antreten. Das ist außer Linsler und Fiedler unter anderem Ana-Isabelle Klumpp, die Tochter des Ehrenvorsitzenden der Saar-FDP, Werner Klumpp. Die Liste für den Bereich Halberg/Dudweiler ist in der FDP unumstritten. In diesem Bereich kandidiert Thomas Escher als Spitzenkandidat für die FDP.