Nachbarn gegen neues Projekt

Saarbrücken. Knapp ein Jahr ist es her, dass Karlsberg-Chef Richard Weber seinen Plan von einer exklusiven Wohnanlage namens "Parc-Residence" im Rotenbühler Weg 54 in Saarbrücken aufgab

Saarbrücken. Knapp ein Jahr ist es her, dass Karlsberg-Chef Richard Weber seinen Plan von einer exklusiven Wohnanlage namens "Parc-Residence" im Rotenbühler Weg 54 in Saarbrücken aufgab. In einer der besten Wohnlagen der Stadt, anstelle der ehemaligen, von ihm gekauften und abgerissenen Villa Neufang, wollte Weber auf einem 10000 Quadratmeter großen Areal vier Gebäude mit zwölf Luxuswohnungen bauen und vermarkten. Weber stoppte das Vorhaben, ehe auch nur ein Stein stand, weil es ihn, wie er damals sagte, zu sehr in Anspruch genommen habe. Er sei Brauer, kein Bauherr. Womöglich hatten ihm auch empörte Nachbarn mit ihren Einwendungen mehr zugesetzt, als er erwartet hatte. Jetzt sind erneut einige Bewohner in höchste Wachsamkeit versetzt, haben sich gar zu einer Initiative zusammengefunden, sammeln Unterschriften gegen eine Änderung des Bebauungsplanes und suchen Unterstützung. Der Anlass: Per Postwurfsendung gab die Roth Haus GmbH aus Überherrn-Felsberg am 29. August Einblick in ihr, unter selber Hausnummer 54, vorgesehenes Bebauungskonzept namens "Matteo". Auch dies firmiert als "exklusives" Projekt, allerdings mit drei Häusern und 24 bis 30 Wohneinheiten und Tiefgarage. Widerspruch bei den Nachbarn erregten vor allem die Wucht der Baukörper, ein Pförtnerhaus direkt an der Straße sowie das zu erwartende Verkehrsaufkommen. Im Gespräch mit unserer Zeitung hat Geschäftsführer Martin Roth seine Pläne inzwischen relativiert. Er werde sein Konzept, das mit dem gültigen Bebauungsplan nicht ganz in Einklang stehe, überarbeiten und dann zur Genehmigung bei der Stadt einreichen. Es sei angestrebt, nahe an die Vorgaben des Bebauungsplans zu rücken. Nachbarn und Interessenten würden zu einem Informationsgespräch eingeladen, wo offene Fragen gütlich geklärt werden sollten. Wie Roth konkretisierte, werde er beispielsweise auf den Bau des Pförtnerhauses verzichten. Die von Weber herausgerissene Pflasterstein-Einfahrt könne wieder hergestellt werden, die Steine würden herbeigeschafft.Roth trat auf Anfrage dem Gerücht entgegen, er arbeite im Auftrag Webers oder gar als "Strohmann". Es sei so, dass das Grundstück weiter Weber gehöre. Die Firma Roth als Investor und Bauträger wolle es aber erwerben, wenn es zum Bau der Anlage komme. "Wir stehen auf eigenen Füßen", sagte Roth. Bei ihm seien insgesamt acht positive Stimmen zu dem Projekt eingegangen.

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