1. Saarland

Nach dem Tod des Kindes zurück ins Leben finden

Nach dem Tod des Kindes zurück ins Leben finden

Saarlouis. "Trauerbegleitung bedeutet für uns, es zu schaffen, dass Menschen anstatt durch Trauer zu verbittern, wieder den Weg zurück ins Leben finden", sagte Michael Schmitz aus Saarlouis. Er ist Vorsitzender des Vereins "Trauernde Eltern und Kinder im Saarland"

Saarlouis. "Trauerbegleitung bedeutet für uns, es zu schaffen, dass Menschen anstatt durch Trauer zu verbittern, wieder den Weg zurück ins Leben finden", sagte Michael Schmitz aus Saarlouis. Er ist Vorsitzender des Vereins "Trauernde Eltern und Kinder im Saarland". Der im Januar gegründete Verein steht unter dem Dach des Bundesverbandes "Verwaiste Eltern in Deutschland" und bietet Betroffenen einen geschützten Raum für Gespräche in der Gruppe, aber auch für Einzelgespräche. Treffen in offenen Gruppen werden in Saarlouis und in Friedrichsthal angeboten, ab Oktober soll eine feste Gesprächsgruppe für trauernde Kinder in Saarlouis-Steinrausch hinzukommen. Der Verein präsentierte sich am Donnerstagabend in Saarlouis der Öffentlichkeit.

Michael Schmitz und seine Frau verloren ihren Sohn durch einen Verkehrsunfall - kurz vor seinem sechsten Geburtstag. "Uns war es damals unendlich wichtig, dass wir Menschen getroffen haben, mit denen wir uns austauschen konnten, mit denen wir uns verstanden haben", sagt Schmitz. Hilfe fanden er und seine Frau in einer Trauergruppe in Merzig. Kurz darauf ließ sich der 47-Jährige zum Trauerbegleiter ausbilden, gründete 2006 die Selbsthilfegruppe "Trauernde Eltern Saarlouis". Nachdem die Saarbrücker Zeitung voriges Jahr über die Selbsthilfegruppe berichtete, verbunden mit dem Aufruf, bei der Gründung eines Vereins mitzuhelfen, war die Resonanz groß. Dadurch konnte die Gruppe unter den Dachverband "Verwaiste Eltern in Deutschland" auf ein festes Fundament gestellt werden.

30 bis 40 betroffene Eltern aus dem Saarland nehmen derzeit das Angebot des Vereins an. "Trauerbegleitung ist Begleitung zur Lebensgestaltung", erklärt Schmitz. Der Verein möchte trauernde Eltern da abholen, wo sie in ihrem Schmerz und in ihrer Verzweiflung stehen. Die Trauerbegleiter - es sind meist selbst Betroffene - werden für ihre Arbeit über den Dachverband qualifiziert. "Betroffen zu sein ist sehr hilfreich, befähigt aber nicht alleine, anderen zu helfen", sagt die Bundesvorsitzende Petra Hohn.

Kontakt unter Telefon (0 68 31) 966 58 18 oder www.tek-saarland.de.