1. Saarland

Nach dem Auftritt ist vor dem Auftritt

Nach dem Auftritt ist vor dem Auftritt

Sulzbach. Die Löwen haben ausgebrüllt, die Aufführungen des Musicals "Lions" am Sulzbacher Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) sind Geschichte. Sechs Vorstellungen, über 150 Akteurinnen und Akteure und fast 2500 begeisterte Besucher sind so etwas wie die nüchternen Zahlen, die Momente großer Emotionen dagegen sind nicht zu zählen

Sulzbach. Die Löwen haben ausgebrüllt, die Aufführungen des Musicals "Lions" am Sulzbacher Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) sind Geschichte. Sechs Vorstellungen, über 150 Akteurinnen und Akteure und fast 2500 begeisterte Besucher sind so etwas wie die nüchternen Zahlen, die Momente großer Emotionen dagegen sind nicht zu zählen. "Meine Freunde haben mir erzählt, dass sie fast geweint haben", berichtet Chiara Groß aus Quierschied. Die 15-Jährige spielte die erwachsene Nala, Jugendfreundin und plötzlich große Liebe von Simba, dem Löwen-Prinzen, der spät seinen Jugendfehler eingesteht und dann um sein Erbe als "König der Löwen" kämpft.Das Duett zum Elton-John-Klassiker "Can you feel the love tonight" von Chiara und Simba-Darsteller Jonas Groß war sicherlich eine der bewegendsten Szenen dieser THG-Musical-Produktion. "Wir haben das gar nicht so geprobt, viel mehr bei den Vorstellungen improvisiert", erzählt Chiara, die im gemeinsamen Schauspiel mit Jonas bei den Besuchern für feuchte Hände und das ein oder andere Tränchen sorgte. "Das Lied hat jeder für sich zuhause mit der CD geübt", ergänzt Jonas und berichtet über die Gefühle der Darsteller: "Es ist unglaublich, vor so vielen Menschen auf der Bühne zu stehen. Ich könnte das jeden Tag machen."

Auch für die Leiterinnen der Produktion war "Lions" ein ganz besonderes Stück. "Wir hatten natürlich auch Glück, dass keiner der Hauptdarsteller erkrankt ist, denn eine zweite Besetzung gab es eigentlich nicht", sagt Ulrike Greff-Walle. Marie-Luise Keller-Sandner schlägt die Brücke zu den großen Gefühlen: "Die Schüler haben sich enorm entwickelt. Viele Kinder hatten sich am Anfang kaum zugetraut, eine große Rolle zu singen. Sie sind über sich hinaus gewachsen. Aber auch die Erwachsenen in der Band und im Chor haben Großartiges geleistet. Auch bei ihnen war das Glück in den Augen zu sehen - und das macht wiederum mich sehr froh und stolz." Jetzt war Kehraus in der Aula des THG, die Bühne wurde abgebaut, Mikrofone verstaut, Requisiten weggepackt. "Es ist ein komisches Gefühl", sagt Chiara Groß, "zwei Jahre sind wir jeden Samstag in die Schule, um zu proben. Jetzt ist es vorbei." Sie, Jonas und viele andere Darsteller wollen der Musik erhalten bleiben. "Für uns beginnt die Phase des Suchens", sagt Ulrike Greff-Walle, müde, aber zutiefst zufrieden, "gute Musicals liegen nicht auf der Straße." Die musikalische Leiterin Marie-Luise Keller-Sandner ist einen Schritt weiter: "Ich habe schon mal gegoogelt, was so in Frage kommt. Die Musicals am Theodor-Heuss-Gymnasium werden weitergehen. Wir können es einfach nicht lassen." cor