Nach 50 Jahren im Dienst jetzt in einen neuen LebensabschnittWas macht Becker im Ruhestand?

Nach 50 Jahren im Dienst jetzt in einen neuen LebensabschnittWas macht Becker im Ruhestand?

Beckingen. Als Verwaltungslehrling hatte Norbert Becker im Jahre 1962 seinen Dienst bei der Gemeindeverwaltung Beckingen angetreten. Gestern wurde der mittlerweile im Dienstrang eines Gemeindeoberinspektors Stehende in einer kleinen Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet

Beckingen. Als Verwaltungslehrling hatte Norbert Becker im Jahre 1962 seinen Dienst bei der Gemeindeverwaltung Beckingen angetreten. Gestern wurde der mittlerweile im Dienstrang eines Gemeindeoberinspektors Stehende in einer kleinen Feierstunde in den Ruhestand verabschiedet. Zu den Gratulanten für eine knapp 50-jährige Dienstzeit zählten nicht nur Bürgermeister Erhard Seger und die Beigeordneten Bobby Brandstädter und Walter Ewen, sondern alle Kollegen der Beckinger Verwaltungen, die den aus dem Beruf Scheidenden über viele Jahre begleitet hatten. Ebenfalls dabei Vertreter der Polizei, der Feuerwehr und einiger Berufsstände. Zu ihnen habe, so hieß es, Norbert Becker ein stets freundschaftliches und dennoch respektvolles Verhältnis in seiner Tätigkeit als Sachbearbeiter gepflegt."Es wird für Norbert Becker eher ein Unruhestand werden", meinte der Bürgermeister. Dass Becker bis zum letzten Tag seinen Dienst verrichtet habe, sei ein gutes Zeichen für die Atmosphäre in der Beckinger Behörde. "Norbert Becker ist ein Mensch, der seine Arbeit stets in ruhiger und kollegialer Weise verrichtete", sagte Seger. Seinen Dienst habe er über die Belange der Verwaltung hinaus stets ernst genommen. Als Feuerwehr-Sachbearbeiter sei Becker für die Kommunen der Gemeinde immer eine Integrationsfigur gewesen, wusste der Rathauschef. Und zum künftigen Ruheständler gewandt meinte Seger: "Fleiß ist kein Fremdwort für Dich, für uns warst Du immer der ideale Kollege."

Auch Hauptamtsleiter Volkmar Schommer schloss sich den lobenden Worten an, hatte allerdings einige Episoden aus gemeinsamen früheren Tagen parat. So verriet Schommer: "Du warst nicht nur ein geschätzter Kollege, sondern in jungen Jahren auch ein rasanter Autofahrer mit einem gefürchteten Fahrstil."

Gutes Gespür

Viel Lob erhielt Becker für seine überzeugende Arbeit als Artikelschreiber des Amtsblattes und der Saarbrücker Zeitung. Hier habe er stets gutes Gespür bewiesen und immer die richtigen Worte gewählt. Ein wenig Wehmut klang in den Schlussworten des Hauptamtsleiters: "Wie es weitergeht, hängt von Deinem neuen Chef zuhause in der Familie ab. Du wirst uns allen fehlen." Peter Zenner, Personalratsvorsitzender, wusste: "Diesen Tag hat Becker eher gefürchtet als herbeigesehnt." Auch er überbrachte den Dank der Kollegen für die langjährige, harmonische Zusammenarbeit. "Alles Gute, lieber Freund, Du darfst jetzt gehen."

Beckingen. "Wir werden uns sicherlich nicht aus den Augen verlieren", sagte Norbert Becker gestern in der Alten Wäscherei in Beckingen. Wie der künftige Pensionär sich seine Zukunft vorstellt, verrät er seinen ehemaligen Arbeitskollegen und SZ-Mitarbeiter Norbert Wagner.

Das ein oder andere Mal werde er schon in der Gemeindeverwaltung auftauchen, vielleicht auf einen Kaffe und einen Plausch mit den alten Kollegen. Die Arbeit werde ihm bestimmt noch eine Weile fehlen. Aber er wisse, dass es mit der Freizeit als Ruheständler so eine Sache sei. "Es heißt, dann habe man noch weniger Zeit", sagte Becker. Zunächst freue er sich, mehr Zeit seiner Familie, seiner Frau und insbesondere seinen drei Enkeln widmen zu können. Haus und Hof, aber auch der Mitgliedschaft in einigen Vereinen wolle er sich intensiver zuwenden.

Becker: "Ein weiteres Hobby, nämlich die Zeitungsschreiberei, werde ich weiter betreiben, dann kommt bestimmt keine Langeweile auf." Norbert Becker ist im Haustadter Tal seit Jahren als Mitarbeiter der SZ tätig - zur Zufriedenheit vieler Vereine und der Redaktion. owa

Auf einen Blick

Eine Vorbildliche Karriere zeichnet den in Honzrath geborenen und dort lebenden Norbert Becker aus. Auf die Daten seiner Laufbahn könne der Ehemann und Vater stolz sein, sagte Bürgermeister Erhard Seger anlässlich der Verabschiedung in den Ruhestand. Mit 15 Jahren hatte Becker eine dreijährige Verwaltungslehre bei der Gemeinde Beckingen angetreten. Nach seiner Bundeswehrzeit wechselte er 1970 als Amtsassistensanwärter in die mittlere Laufbahn. Schon kurz darauf erfolgte die Berufung in ein Beamtenverhältnis auf Probe.

Die erste Planstelle besetzte Becker 1973 bei der Hauptverwaltung. 1974 erfolgte die Benennung zum Beamten auf Lebenszeit. Bis 1985 durchlief Becker mehrere Stationen der Verwaltung, wurde 1994 zum stellvertretenden Abteilungsleiter der Ortspolizeibehörde bestellt. Im Jahr 2005 wechselte Becker vom mittleren in den gehobenen Dienst und erhielt schließlich 2006 seine Ernennung zum Gemeindeoberinspektor. owa

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