Nabu-Chef Tschimpke: "Stopp des Artensterbens wurde verfehlt"

Nabu-Chef Tschimpke: "Stopp des Artensterbens wurde verfehlt"

Saarbrücken. Für einen nachhaltigen Schutz der Artenvielfalt haben sich bei einem Besuch im "Urwald vor den Toren der Stadt" der Präsident des deutschen Naturschutzbunds, Olaf Tschimpke (Foto: Nabu), und der Vorsitzende des Umweltausschusses im Europäischen Parlament, Jo Leinen (SPD), ausgesprochen

Saarbrücken. Für einen nachhaltigen Schutz der Artenvielfalt haben sich bei einem Besuch im "Urwald vor den Toren der Stadt" der Präsident des deutschen Naturschutzbunds, Olaf Tschimpke (Foto: Nabu), und der Vorsitzende des Umweltausschusses im Europäischen Parlament, Jo Leinen (SPD), ausgesprochen.

Bei einer Pressekonferenz im ehemaligen Forsthaus Wolfsgarten lobte der Nabu-Präsident die naturschützerischen Anstrengungen im Saarland, weil sich hier "andere Länder eine Scheibe abschneiden" könnten, kritisierte aber, dass der Schutz der Biodiversität nicht schnell genug vorankomme. Tschimpke: "Ursprünglich wollte die EU das Artensterben bis 2010 stoppen; dieses Ziel wurde jedoch verfehlt." Trotz aller Bemühungen zum Schutz der biologischen Vielfalt seien in Deutschland mehr als 70 Prozent der Lebensräume von Tieren und Pflanzen gefährdet.

Tschimpke setzte hinzu: "Wenn wir das Problem der Landnutzung nicht lösen, kommen wir auch beim Natur- und Artenschutz nicht viel weiter." So sei es beispielsweise nicht gelungen, den Flächenverbrauch auf den Wert von 30 Hektar zu senken. Nach Angaben von Leinen schreitet der Artenverlust voran; deshalb sei "höchste Alarmstufe" auch auf europäischer Ebene angesagt. gf