1. Saarland

Nabu bekräftigt Haltung zum Einkaufsmarkt in Brotdorf

Nabu bekräftigt Haltung zum Einkaufsmarkt in Brotdorf

Merzig. Mit Verwunderung hat Dieter Ulrich, stellvertretender Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) in Merzig, auf die Kritik des grünen Ex-Staatssekretärs Klaus Borger an der zustimmenden Haltung des Nabu zum geplanten Einkaufsmarkt in Brotdorf reagiert

Merzig. Mit Verwunderung hat Dieter Ulrich, stellvertretender Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) in Merzig, auf die Kritik des grünen Ex-Staatssekretärs Klaus Borger an der zustimmenden Haltung des Nabu zum geplanten Einkaufsmarkt in Brotdorf reagiert. Borger hatte in der SZ dem Nabu vorgeworfen, er stelle in der Diskussion die Interessen eines Investors über die von Mensch und Natur.Dies weist Dieter Ulrich entschieden zurück: "Mensch und Natur standen schon immer im Mittelpunkt des naturschützerischen Handelns des Nabu Merzig." Dies gelte auch für die positive Einschätzung des "bürgernahen Lebensmittelmarktes" in Brotdorf. "Die vorgesehene Fläche bietet sich ihrer innerörtlichen Lage wegen als Standort für einen Markt geradezu an." Dieser Standort sei ein gelungenes Beispiel für das Prinzip der kurzen Wege, findet Ulrich: "Unter diesem Motto steht die Verkehrs- und Siedlungspolitik des Nabu, in dem Verkehrsvermeidung, Entlastung und Umstieg auf Fahrrad und fußläufigen Verkehr Vorrang haben vor dem Bau von verbraucherfernen Gewerbe- und Einkaufszentren auf der 'grünen Wiese'." Auch habe der Nabu große Zweifel daran, dass der vorgesehene Marktstandort besonderen ökologischen Wert besitzt. "Auch mit großem Wohlwollen vermögen wir nicht, in der Pützwies, ehemals für einen Kirmesplatz aufgeschüttet und später als Pferdeweide genutzt, ein wertvolles Feuchtgebiet zu erkennen, wie dies manche darstellen." Dies sei im Übrigen auch die Auffassung der Fachbehörde im Umweltministerium, die diese im Zuge des Planungsverfahrens gegenüber der Stadt Merzig kundgetan hatte. Die Baumaßnahme in der Pützwies stelle sich für den Nabu nach Abwägung der Güter für Mensch und Natur positiv dar, indem sie zum Beispiel einen gewichtigen lokalen Beitrag zum Klimaschutz leiste. Als Ausgleichsmaßnahme für den Flächenverlust in der Pützwies schlägt Ulrich für den Nabu zudem vor, "die nördlich anschließende Bachaue durch ein einzurichtendes Feuchtbiotop beziehungsweise den Rückbau des Baches ökologisch aufzuwerten". cbe

Foto: Ulrich

Die vorgese- hene Fläche bietet sich als Standort für einen Markt geradezu an."

Dieter Ulrich