1. Saarland

Mysterium um die deutsche Bierkultur auf der Leinwand

Mysterium um die deutsche Bierkultur auf der Leinwand

Für Spezialisten bietet die Kinowerkstatt am Wochenende wieder einiges: Etwa „Unter Menschen“, ein Film über den Ort der 40 Schimpansen und ihren Feinden, den Menschen. Auch Berlinale-Publikumshit „The broken Circle“ ist zu sehen.

Um das Schicksal von Schimpansen geht es in dem Film, den die Kinowerkstatt St. Ingbert heute, am Freitag, 7. Juni, um 19 Uhr, am Sonntag, 9. Juni, um 20 Uhr sowie am Montag, 10. Juni, um 20 Uhr zeigt. "Unter Menschen" heißt die Arbeit von Christian Rost und Claus Strigel (Deutschland/Österreich 2012). Er spielt am äußersten Ende Österreichs, direkt an der tschechischen Grenze. Dort liegt einer der besonderen Orte dieser Welt. Wie unter einem Brennglas treffen sich hier die moralischen Herausforderungen unserer Zivilisation: Schuld, Verantwortung und Wiedergutmachung. Konkret bedeutet dies: In einem verwilderten ehemaligen Safaripark, hermetisch von der übrigen Welt abgeschottet, leben 40 Schimpansen aus dem ehemaligen Versuchslabor des Pharmakonzerns Immuno. Sie sind infiziert mit HIV- und Hepatitisviren, traumatisiert, verstört, hochaggressiv. Sie hassen Menschen und haben allen Grund dazu. Die Filmemacher konzentrieren sich vor allem auf die "Resozialisierung" der Schimpansen, also jenen schwierigen Prozess der Übersiedelung in den Safaripark Gänserndorf ab dem Jahre 2001, wo unter der Leitung von Jane Goodall ein eigenes Affenhaus errichtet wurde.

Im Mittelpunkt der Dokumentation stehen Renate und Annemarie. Gut 20 Jahre ist es her, als mit 17 ihre Ausbildung als Tierpflegerinnen begannen. Ursprünglich ihr Traumberuf. Aber dann kam es anders als erwartet: Ihr Berufspraktikum brachte sie ausgerechnet in die Tierversuchslabors des Wiener Pharmaunternehmens.

Ebenfalls um eine Dokumentation, aber in einer ganz anderen Richtung, handelt es sich bei "Beerland". Unterhaltsam und witzig ist der Film aus dem Jahr 2012, Regie führte Matt Sweetwood, auch das Buch stammt von ihm. Zu sehen ist er in der Kinowerkstatt St. Ingbert am Samstag, 8. Juni, um 21 Uhr.

"Was passiert, wenn wir die Dokumentation ,Beerland' des Amerikaners Matt Sweetwood betrachten, die das Mysterium der Deutschen und ihrer Bierkultur erforschen will? Wir kommen als Ureinwohner aus dem Staunen - und auch aus dem Kopfschütteln - kaum heraus", hieß es dazu in einer Zeitungskritik.

Die Kinowerkstatt zeigt zudem am heute, am Freitag um 21.45 Uhr, am Samstag, 8. Juni, um 18 Uhr und am Montag, 10. Juni, um 18 Uhr den Publikumspreisträger der diesjährigen Berlinale "The broken Circle" (Belgien / Niederlande 2012) von Regisseur Felix van Groeningen. Elise und Didier sind ein ungewöhnliches Paar. Elise hat ein Tattoo-Studio, Didier spielt Banjo in einer Bluegrass-Band. Er redet viel, sie hört meistens zu. Er ist ein überzeugter Atheist und ein hoffnungsloser Romantiker, sie schmückt sich mit einem tätowierten Kreuz und steht mit beiden Beinen fest im Leben. Als sie sich kennen lernen, ist es Liebe auf den ersten Blick.

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