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Mutmaßlicher Islamisten-Sympathisant vor Gericht

Mutmaßlicher Islamisten-Sympathisant vor Gericht

Saarbrücken. Ein mutmaßlicher Sympathisant islamistischer Terroristen steht von heute an in Saarbrücken vor Gericht. Laut Anklage hatte der 18-Jährige im Herbst 2010 selbst gedrehte Videos ins Internet gestellt, auf denen er mit Anschlägen in Deutschland drohte. Damit habe er die Freilassung des in Saarbrücken inhaftierten "Sauerland"-Terroristen Daniel Schneider erpressen wollen

Saarbrücken. Ein mutmaßlicher Sympathisant islamistischer Terroristen steht von heute an in Saarbrücken vor Gericht. Laut Anklage hatte der 18-Jährige im Herbst 2010 selbst gedrehte Videos ins Internet gestellt, auf denen er mit Anschlägen in Deutschland drohte. Damit habe er die Freilassung des in Saarbrücken inhaftierten "Sauerland"-Terroristen Daniel Schneider erpressen wollen.Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann aus Neunkirchen unter anderem Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten in drei Fällen vor. Der 18-Jährige will die Drohungen nach Angaben seines Verteidigers nicht ernst gemeint haben. Zudem sei er von einem V-Mann der Polizei dazu angestiftet worden, die Videos anzufertigen und auf die Internetplattform Youtube zu stellen.

Bei einer spektakulären Aktion hatte ein Sondereinsatzkommando der Polizei den 18-Jährigen Anfang November vergangenen Jahres auf offener Straße in Neunkirchen festgesetzt. Bereits seit dem Sommer hatten die Sicherheitsbehörden die Aktivitäten des Mannes, der vom Christentum zum Islam übergetreten war, beobachtet.

Die Ermittler gehen von einem Einzeltäter aus, der sich Daniel Schneider alias "Bruder Abdullah" zum Vorbild genommen hatte. Der "Sauerland"-Terrorist selbst hatte sich über seinen Anwalt von den Droh-Videos distanziert. Er sitzt derzeit eine zwölfjährige Haftstrafe in Saarbrücken ab. Schneider war im März 2010 wegen Planung von Terroranschlägen auf Diskotheken, Flughäfen und US-Einrichtungen und wegen versuchten Mordes an einem Polizisten verurteilt worden.

Dem 18-Jährigen aus Neunkirchen droht jetzt eine Jugendstrafe. Erwachsenen könnten für die ihm vorgeworfenen Taten laut Staatsanwaltschaft bis zu drei Jahre Haft drohen. Das Gericht rechnet mit einem kurzen Verfahren. Möglicherweise wird noch heute Nachmittag das Urteil verkündet. dpa