"Musikschule zeigt keinen Sparwillen"

"Musikschule zeigt keinen Sparwillen"

Quierschied. Die Quierschieder Freien Wähler (FW) wollen, dass die Gemeinde Quierschied aus dem Zweckverband Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal austritt. Den Verband gibt es seit 1998. Er besteht aus den Kommunen Sulzbach und Quierschied. Die beiden teilen sich den Zuschussbedarf für die Einrichtung. Heute Abend, in der letzten Sitzung des Quierschieder Gemeinderates, 17

Quierschied. Die Quierschieder Freien Wähler (FW) wollen, dass die Gemeinde Quierschied aus dem Zweckverband Musikschule Sulzbach-/Fischbachtal austritt. Den Verband gibt es seit 1998. Er besteht aus den Kommunen Sulzbach und Quierschied. Die beiden teilen sich den Zuschussbedarf für die Einrichtung. Heute Abend, in der letzten Sitzung des Quierschieder Gemeinderates, 17.30 Uhr im dritten Obergeschoss des Rathauses, steht der Antrag der FW auf der Tagesordnung.

"Wir sehen aufgrund des Rückgangs der Schülerzahlen aus Quierschied eine weitere Mitgliedschaft im Zweckverband als nicht mehr bezahlbar an", erklärt Fraktionsmitglied Gernot Abrahams. Er weist darauf hin, dass von 599 Schülern gerade mal 102 aus Quierschied kommen. Das seien rund 17 Prozent: "Allerdings zahlt die Gemeinde Quierschied vom Gesamtzuschussbedarf von 345 000 Euro mit rund 143 000 Euro etwa 41 Prozent."

Die Umlage der Musikschule habe sich für Quierschied in den letzten acht Jahren um fast 100 Prozent erhöht, gleichzeitig seien die Schülerzahlen zurückgegangen. Im Jahr 2000 zahlte die Gemeinde für 130 Schüler knapp 72 500 Euro. Wegen der demografischen Entwicklung sei mit einem Anstieg auch nicht mehr zur rechnen. Abrahams wirft der Leitung der Musikschule vor, keinen Sparwillen zu zeigen. Außerdem werde nichts unternommen, die Schulkosten für Schüler aus Kommunen, die nicht dem Zweckverband angehören, anzuheben. Quierschied könne sich wegen seiner prekären Haushaltslage die Zugehörigkeit zum Zweckverband Musikschule nicht mehr leisten. "Wir müssen aus dem Verband raus, um die Musikschulleitung zum Umdenken zu bewegen" so Abrahams.

Die Quierschieder Bürgermeisterin Karin Lawall weist darauf hin, dass in der jüngsten Sitzung des Kulturausschusses die Verwaltung über die rechtliche Situation bei einem Austritt aus dem Zweckverband informiert habe. Falls es zu einer Auflösung käme, müsste die Gemeinde das Personal anteilmäßig übernehmen. Allerdings halte es auch die Verwaltung für erforderlich, den Zuschuss zu reduzieren. Im Januar sollte daher mit dem Ausschuss und der Musikschulleitung sowie mit der Stadt Sulzbach darüber verhandelt werden. Lawall warnt davor, das Problem mit der Brechstange zu lösen. Uwe Brandt, der Leiter der Musikschule, wollte sich gestern zu der Thematik nicht äußern und verwies auf die Zweckverbandsversammlung am Abend. "Ich warne davor,

das Problem

mit der Brechstange zu lösen."

Karin Lawall