1. Saarland

Musikalische Brücke zwischen Europa und den USA

Musikalische Brücke zwischen Europa und den USA

Das Pfingstkonzert des Braunshauser Musikvereins hat sich schon als Tradition etabliert. Dieses Jahr tritt Ansgar Waschbüsch als Solist am Fagott auf. Auf dem Programm des Konzertabends in der Nonnweiler Kurhalle stehen sowohl drei Werke von europäischen Komponisten als auch Stücke aus den Vereinigten Staaten.

Das traditionelle Pfingstkonzert des Musikvereins Braunshausen findet am Pfingstsonntag, 19. Mai, um 20 Uhr in der Kurhalle Nonnweiler statt. Als Solist wirkt in diesem Jahr Ansgar Waschbüsch am Fagott mit. Das Konzert steht unter dem Motto "Brückenschlag".

Erste saarländische Aufführung

Einen musikalischen Brückenschlag von Europa nach Amerika will das große Orchester des Musikvereins Braunshausen in seinem Konzert vollziehen. Im ersten Teil spielt der Musikverein drei Werke der europäischen Blasorchesterliteratur, beginnend mit dem "Einzugsmarsch der Bojaren" von Johan Halvorsen aus dem Jahre 1895. Der junge Franzose Maxime Aulio wurde 1980 geboren und gehört zu den aufstrebenden Komponisten der sinfonischen Blasmusik. Mit "Il Signore Fagotto" schrieb er 2008 eines der wenigen neueren Solowerke für Fagott und Blasorchester, das einerseits die großartigen Farben des sinfonischen Blasorchesters, andererseits die unterschiedlichen Charaktere des Fagotts zwischen komisch, clownesk und melancholisch zu Geltung bringt.

Als Solist wird Ansgar Waschbüsch in dem Werk auftreten, das erstmals im Saarland zur Aufführung kommt. Den Abschluss in der europäischen Programmhälfte vor der Pause bildet "Music for a Festival" von Philip Sparke.

Klangfarben aus Hollywood

Nach der Pause widmen sich die Musiker aus Braunshausen Werken aus den USA, deren Komponisten wichtige Impulse zur Weiterentwicklung der Blasorchesterliteratur in ihrer Heimat und darüber hinaus gaben und geben. "Mount Everest" ist eine typische Ouvertüre. Der junge Rossano Galante bringt aber frischen Wind in das angestaubte Konzept, in dem er Techniken und Klangfarben aus der Filmmusik Hollywoods auf das Blasorchester überträgt. Mark Camphouse, Professor an der Radford University in Virginia, ist der eigenwilligste Vertreter der renommierten Blasorchester-Komponisten Amerikas. Seine Tonsprache verzichtet fast gänzlich auf Virtuosität, sondern fokussiert das ganze musikalische Geschehen auf den Klang. Sein "Movement for Rosa" hat er Rosa Parks, der Heldin der amerikanischen Zivilrechts-Bewegung gewidmet. Joseph T. Spaniol ist ein weiterer Exot unter den Blasorchesterkomponisten, er arbeitet als Kompositionsprofessor und schrieb viel Musik für klassische Symphonie-Orchester und Ensembles. Sein "Escapade" zählt zu den innovativsten Blasorchesterwerken der vergangenen Jahre und verbindet Elemente der musikalischen Avantgarde mit Elementen der Pop-Musik, namentlich dem Funk. Den Abschluss des Konzertes bildet "Vesuvius" aus der Feder von Frank Ticheli.