1. Saarland

Musical-Erfolge und magische Momente

Musical-Erfolge und magische Momente

Weg von reinen Klassik-Spielen hin zu Musik, die alle anspricht – der neue Kurs der Musikfestspiele Saar scheint aufzugehen. Der Auftritt von Frank Nimsgern mit den „Magic Artists“ kam beim – auch jugendlichen – Publikum an.

Rock-Rhythmen, Dance-Beats und ein Publikum, das lautstark mitklatscht und -singt: Der gemeinsame Auftritt unter dem Motto "Musical und Akrobatik" des Komponisten Frank Nimsgern und der Show-Formation "Magic Artists" in der mit rund 600 Zuschauern fast ausverkauften Glückauf-Halle in Spiesen-Elversberg sorgte für einen nicht alltäglichen Termin im Programm der Musikfestspiele Saar. "Das ist wirklich die deutsche Elite, die wir hier haben - und die kommt aus dem Saarland", freute sich Festivalleiter Robert Leonardy. Der Abend war ein gelungenes Beispiel für den neuen Kurs "Weg von reinen Klassik-Spielen, hin zu einem Musiksommer, der möglichst viele anspricht", den Leonardy eingeschlagen hat. Im Publikum saßen auch zahlreiche Jugendliche.

Zunächst griff Nimsgern in die Saiten seiner Gitarre und präsentierte mit seiner dreiköpfigen Band und der stimmgewaltigen Aino Laos Songs aus seinen Musicals. Von "Break the Silence" aus seiner ersten - 1998 am Saarländischen Staatstheater uraufgeführten - Produktion "Paradise of Pain" über Titel aus "Der Ring" bis "Phantasma" aus dem Jahr 2009 reichte die Auswahl. Laos schlüpfte in die unterschiedlichsten Rollen und präsentierte die verschiedensten Stilrichtungen.

"Ich habe mich sofort in ihre Stimme verliebt", erinnerte sich Nimsgern daran, wie er die Britin beim Casting von "Snowhite" kennengelernt hat. Nach der Premiere 2000 im Saarland kehrt der Musiker nun mit der Neuinszenierung des Musicals in seine Heimat zurück. Vom 1. Juni bis 4. Juli wird das Werk täglich außer montags in der Neuen Gebläsehalle Neunkirchen aufgeführt. Appetit-Häppchen daraus wie "Mach dich schön" und "Manchmal", die in Spiesen-Elversberg den Schwerpunkt seines rund 75-minütigen Programmes bildeten, kamen beim Publikum gut an.

Spätestens beim Auftritt der "Magic Artists", die auf ihre bewährte Mischung aus Akrobatik, Lichteffekten, Seilspringen & Co. setzten, wurden aber schnell die Grenzen der kleinen Halle deutlich. Ihre Menschenpyramiden ragten bis unter die Decke, viele Zuschauer mussten sich die Köpfe verrenken, um die Show zu verfolgen. Und als Frontfrau Katja ankündigte: "Wir bringen den Saal zum Kochen", mussten viele Gäste angesichts der hohen Temperaturen in der Halle grinsen. Nimsgern und die "Magic Artists" ernteten für den abwechslungsreichen Abend viel Beifall.