1. Saarland

Museum bleibt in Familienhand

Museum bleibt in Familienhand

Bliesmengen-Bolchen. Im Haus der Dorfgeschichte ist der Generationenwechsel fast vollzogen. Museumsgründer Erwin Flieger steuert mit seinen 80 Jahren zwar noch immer die Aktivitäten des Museums, doch seine Nichte Gudrun Pawendenat tritt in seine Fußstapfen und wird das Museum übernehmen. Das erklärten sie in einem gemeinsamen Gespräch mit unserer Zeitung

Bliesmengen-Bolchen. Im Haus der Dorfgeschichte ist der Generationenwechsel fast vollzogen. Museumsgründer Erwin Flieger steuert mit seinen 80 Jahren zwar noch immer die Aktivitäten des Museums, doch seine Nichte Gudrun Pawendenat tritt in seine Fußstapfen und wird das Museum übernehmen.Das erklärten sie in einem gemeinsamen Gespräch mit unserer Zeitung. Gudrun, die zusammen mit ihrem Mann Harald in der Wohnung über Flieger im Vorderhaus der Museumsscheune wohnt, arbeitet schon lange mit und kümmert sich um die Organisation der monatlichen Veranstaltungen und den Kontakt zu den Medien, um die Veranstaltungen auch publik zu machen. Die gelernte Verkäuferin ist nicht berufstätig und daher auch meist präsent. Ihr Mann Harald trägt die Begeisterung für das Museum mit, und so gilt die private Institution "Dorfmuseum" in Bliesmengen-Bolchen als gesichert, auch wenn es keinen Vertrag über diese Tatsache gibt. Anstatt über rechtliche Konstrukte nachzudenken, haben sich Flieger und seine Nichte Gudrun schlicht geeinigt, das Erbe zu bewahren: "Es macht ja auch Spaß, wenn jedes Jahr 1000 Besucher in unser Museum kommen und die Einrichtung immer größere Kreise zieht und bekannter wird", sagt Gudrun Pawendenat, die sich über Besucher aus entfernteren Orten richtig freuen kann. Im Mai 1998 wurde das Museum gegründet, drei Jahre Arbeit stecken drin. Denn die 500 Exponate wurden nicht einfach nur in die vier Etagen einer großen Scheune gestellt, sondern passend zusammengestellt. Attraktionen sind eine alte Schuhmacherwerkstatt mit Werkzeugen aus der Werkstatt des Bliesmenger Schuhmachers Josef Schmitt und der historische Friseursalon oder die Utensilien der Dorfärzte. Flieger, der bis in die 50er Jahre Landwirt war und dann den Hof aufgab, hat seine alten Geräte ausgestellt. Vieles weitere kam dazu, als bekannt wurde, dass er ein Museum gründen wird.

Die stattliche Sammlung, in der kaum noch Platz für Neues ist, ist verflochten mit dem Verein für Dorfgeschichte (www.verein-fuer-dorfgeschichte.de), aber in privatem Besitz. Flieger war es daher wichtig, dieses nach seinen Worten reine "Familienmuseum" auch wieder so weiterführen zu können. In seiner Nichte scheint der 80-Jährige die richtige Nachfolgerin gefunden zu haben.

Nächste Veranstaltungen sind am 20. November ein Schlachtfest und am 18. Dezember die Spielzeugausstellung mit Spielzeugen aus Uromas Zeiten.

www.ich-lebe-gern-in.de