Motorsound und kritische Stimmen

Motorsound und kritische Stimmen

St. Wendel. Zwei Tage präsentierte sich die Kreisstadt St. Wendel als Bühne für den Rallyesport. Über 500 Mitglieder der Automobilclubs sowie Helfer des Technischen Hilfswerk, der Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes und Beamte der Polizei waren im Einsatz, um die Motorsportparty über die Runden zu bringen. "Unsere Erwartungen sind erfüllt worden

St. Wendel. Zwei Tage präsentierte sich die Kreisstadt St. Wendel als Bühne für den Rallyesport. Über 500 Mitglieder der Automobilclubs sowie Helfer des Technischen Hilfswerk, der Feuerwehr, des Deutschen Roten Kreuzes und Beamte der Polizei waren im Einsatz, um die Motorsportparty über die Runden zu bringen. "Unsere Erwartungen sind erfüllt worden. Mit über 5000 Besuchern bei den Rennläufen durch die Stadt war das Zuschauerinteresse etwa gleich wie im Vorjahr", sagte ADAC-Organisationsleiter Dieter Martin am Samstagabend. In Sechserreihen hatten sich am Freitag die Motorsportfreunde hinter den Sperrgittern am Schloßplatz versammelt, um die Piloten in ihren Boliden, begleitet von infernalischem Motorenlärm und brennenden Christbäumen, bei ihrer Sekundenjagd durch die Innenstadt zu bestaunen.Plötzlich kehrte aber Ruhe ein. Um 20.28 Uhr wurde das Rennen abgebrochen, weil sich auf der Wertungsprüfung Bosenberg zu viele Fahrzeuge abgelegt hatten. Etwas später musste erneut unterbrochen werden. Albert Feidt, der Einsatzsachbearbeiter der St. Wendeler Polizei, erklärte warum: "Ein Notfall eines Bewohners im Bereich der Altstadt lag vor." Nach einer dreißigminütigen Pause gingen die Rallyepiloten dann wieder im nach hinten verlegten Zeitplan auf die Piste. Gegen 23.15 Uhr war dann der Motorensound verstummt.

"Es war schon klasse. Ich fand die Wertungsprüfung sehr spektakulär", wertete René Bausch aus Luxemburg. Ihm sagten die kurzen Wege zwischen Rundkurs und dem Servicepark am Bosenbachplatz sehr zu. "Es gibt nichts Schöneres, als dieses Auspuff- und Motorengeräusch hautnah zu erleben", meinte Stefanie Flach aus Urexweiler. Im Rahmenprogramm bestand zudem die Möglichkeit, einmal selbst in die Rennkombi zu schlüpfen und als Co-Pilot im Rennauto über den Asphalt der City zu rasen. "Zu Fuß kenne ich jeden Meter, aber in solch einem Tempo durch die Straßen zu rasen, war schon toll", meinte die St. Wendelerin Bettina Rudy, die im Käfig des BMW 320 von Marcel Baldauf Platz genommen hatte. "Es war einfach herrlich", freute sich Klaudia Conrad aus St. Wendel, nach ihren Runden im Peugeot 205 mit Lukas Bodtländer. Rahmenprogramm-Moderator Klaus Lambert strickte rund um die Präsentationsfahrten der Bikes der Supermoto-Klasse, historischen Motorräder und Tourenwagen informative Geschichten.

Allerdings wurden wegen der Rallyeveranstaltung auch kritische Stimmen laut. Gegenüber der Saarbrücker Zeitung beschwerten sich Anwohner und Veranstaltungsbesucher über eine unübersichtliche Zuschauerlenkung im abgesperrten Bereich der Innenstadt. Die Kritikpunkte von Hans-Jürgen Schaar aus Leitersweiler lauten: "Andere Kommunen sperren aus Umweltschutzgründen ganze Innenstädte für Abgas und Feinstaub erzeugende Fahrzeuge, die EU verbietet die Glühbirne und St. Wendel erlaubt Veranstaltungen, die nur überflüssigen Lärm und CO2-Ausstoß verbreiten." Weiter bemängelte er die extrem späte Benennung der abgesperrten Straßen und Wege. "Ich empfinde diese nur durch rein kommerzielle Interessen der Veranstalter begründete Veranstaltungen als eine besondere Form der Freiheitsberaubung, gegen die ich mich verwahre und die ich verurteile", sagte Schaar.

Im kommenden Jahr, so Organisationsleiter Martin, soll die Pfalz-Westrich-Rallye erneut rund um St. Wendel veranstaltet werden. > Seite C 2: weiterer Bericht

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