1. Saarland

Mosche Merzig und das jüdische Leben

Mosche Merzig und das jüdische Leben

Merzig. Der jüdische Gelehrte Moise Isack Levy (1804-1861) hat als Rabbiner der Merziger Synagoge jüdisches Leben und somit auch die soziale Geschichte der Stadt geprägt. Alfred Diwersy, ortsansässiger Gollenstein-Verleger, und Hans Herkes, Lehrer aus Wadgassen, bringen anlässlich des 150-jährigen Todesjahres ein Buch heraus über den charismatischen, geschätzten Rabbiner

Merzig. Der jüdische Gelehrte Moise Isack Levy (1804-1861) hat als Rabbiner der Merziger Synagoge jüdisches Leben und somit auch die soziale Geschichte der Stadt geprägt. Alfred Diwersy, ortsansässiger Gollenstein-Verleger, und Hans Herkes, Lehrer aus Wadgassen, bringen anlässlich des 150-jährigen Todesjahres ein Buch heraus über den charismatischen, geschätzten Rabbiner. Bekannt wurde Levy unter dem Beinamen Reb Mosche Merzig.Die Herausgeber, die Mitglieder der "Arbeitsgruppe Jüdische Geschichte der Stadt Merzig" sind, haben mehr als 20 Beiträge über ihn, die jüdische Gemeinde und deren Leben zusammengestellt - von Familien- und Einzelschicksalen, von Ermordeten und Geretteten und von Begegnungen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Unter den Autoren ist auch Richard Bermann, Vorsitzender der Synagogengemeinde Saar, Bärbel Schulte, stellvertretende Leiterin des Stadtmuseums Simeonstift in Trier. Die Texte gliedern sich in zwei Themenabschnitte - einerseits zur Geschichte der Synagogengemeinde Merzig und in "Geschichten, die berühren". Auch die Geschichte der ehemaligen Merziger Synagoge und des jüdischen Friedhofs wird erzählt. Der Friedhof war nach dem Krieg 1949 an die Synagogengemeinde Saar übergeben worden, zuvor befand er sich in städtischem Besitz.

Im Geleitwort, verfasst von Richard Bermann, wird gleich zu Beginn des Bandes die historische Dimension deutlich: Jüdisches Leben in der Region und die Entstehung der heutigen Kreisstadt Merzig reichen zurück bis in das vierte Jahrhundert, in die Römerzeit also. Namentlich erwähnt werden die ersten Juden in Merzig aber erst im 17. Jahrhundert.

Die Historiographie spannt den Bogen weiter über die Zeit des Nationalsozialismus mit Schändungen, Zerstörung und Deportationen bis in die Gegenwart. Den Schlusspunkt setzt die Episode über die Errichtung eines Gedenksteines zu Ehren "Mosche Merzigs" im März 2004 anlässlich dessen 200. Geburtstages. Die Beiträge werden durch Dokumente und Fotos, teils aus Privatbesitz und bislang unveröffentlicht, ergänzt. hcr

Alfred Diwersy, Hans Herkes (Hrsg.): Reb Mosche Merzig und die jüdische Geschichte der Stadt. Gollenstein, 208 Seiten, 19,90 €