1. Saarland

Mordprozess: Tochter sagt zugunsten ihrer angeklagten Mutter aus

Mordprozess: Tochter sagt zugunsten ihrer angeklagten Mutter aus

Im Strafprozess wegen des so genannten „Kofferraum-Mordes“ hat gestern die Tochter der angeklagten Versicherungsmaklerin als Zeugin vor dem Landgericht ausgesagt. Dabei erklärte die junge Frau, dass ihre Mutter (55) keine Schulden bei dem Opfer gehabt habe.

Deshalb sei es aus ihrer Sicht auch unmöglich, dass ihre Mutter aus Habgier den Tod von Peter P. (61) aus Kirkel veranlasst habe.

Der Oberstaatsanwalt wirft der 55-Jährigen und einem mitangeklagten 44 Jahre alten Mann einen Auftragsmord aus Habgier vor. Nach Erkenntnis der Ermittler hatte die Frau bei dem späteren Opfer Schulden in Höhe von etwa 46 000 Euro. Deshalb habe sie den Mitangeklagten überredet, Peter P. umzubringen. Er habe das Opfer mit vier Schüssen getötet, die Leiche im Kofferraum eines Autos versteckt und den Wagen in Rehlingen-Siersburg abgestellt. Der Angeklagte hat dies vor Gericht eingeräumt. Die Angeklagte dagegen weist die Vorwürfe komplett zurück.

Ihre Tochter erklärte dazu gestern: Ihrer Erinnerung nach habe das Opfer das Geld dem Todesschützen geliehen und nicht ihrer Mutter. Als der 44-Jährige nicht mehr zu erreichen war, habe sich der Geldgeber an ihre Mutter gewandt. Der Mann habe sich von ihr offenbar Hilfe beim Eintreiben seines Geldes versprochen, mehr nicht. Würde man der Tochter glauben, wäre die Tat allein dem Todesschützen zuzuordnen. Der Oberstaatsanwalt glaubt der Zeugin dies offenbar nicht und sprach von "Lügengeschichten". Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.