1. Saarland

Mönchsreiter und Spektakel

Mönchsreiter und Spektakel

Er wird ein kunterbunter Markt, der „1. Wadgasser Jòòrmarkt“ am Freitag, 31. Mai, im Outlecenter Wadgassen. 70 Stände, historische und moderne, Feuershow, Mundart, rustikale gastronomische Spezialitäten – ganz wie ein echter mittelalterlicher Jahrmarkt eben.

 Gezeigt werden auch Bilder von Willy Zünkeler (1923 bis 2007), hier das Motiv der Wadgasser Abteikirche (Ausschnitt).
Gezeigt werden auch Bilder von Willy Zünkeler (1923 bis 2007), hier das Motiv der Wadgasser Abteikirche (Ausschnitt).
 Musiker und Gaukler unterhalten die Besucher.
Musiker und Gaukler unterhalten die Besucher.

Das Outlet-Center Myland in Wadgassen will den Wadgasser Jahrmarkt wiederbeleben: Es gab ihn schon einmal, von 1305 bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts, bis in den Dreißigjährigen Krieg (wir berichteten). Damals pilgerte man an Fronleichnam zu einer wundertätigen Hostie im Prämonstratenserkloster Wadgassen. Auf dessen Gelände steht jetzt das Outletcenter Myland.

Myland, das jetzt dem Investor und Projektentwickler Munitor gehört, setzt auf Transparenz gegenüber den Bürgern, wie der neue Center-Manager Nico Loreth gestern bei einer Pressekonferenz sagte. Das Fest solle Center und Bürger zusammenbringen, "jenseits von Kaufen und Verkaufen". Der Jahrmarkt werde die Region in dem Geschäfte-Zentrum aufleben lassen. Darum finanziere Myland die Veranstaltung. "Das können wir uns auch für die kommenden Jahre vorstellen." Aus diesem Grund engagiere sich Myland auch anderswo, etwa bei der Bouser Maisause.

Bis zu 70 Stände und Händler haben sich nach Angaben der Markt-Organisatoren Dirk Jacob und René Schneider angesagt. Mittelalter-Darsteller wie ein Drechsler aus Freiburg, Anbieter regionaler Produkte und Spezialitäten und lokale Einzelhändler. Unter ihnen der Wadgasser Bäcker Helmut Barbrake, der ein "Wadgaser Jòòrmarktbrot" anbietet: gebacken aus heimischen Mehlen, Sauerteig und Biertreber der Brauerei Bruch.

Das kunterbunte Angebot entspreche dem Charakter des alten Jahrmarktes, der drei Jahrhunderte lang an Fronleichnam stattgefunden habe, sagte der Kulturhistoriker Patrik H. Feltes vom Verein für kulturelle Arbeit im Bisttal. Von ihm ging die Initiative aus.

Moselfränkische Schreibweise

Die Schreibweise "Jòòrmarkt" sei moselfränkisch, sagte Feltes. Wadgassens Dialekt sei gerade noch moselfränkisch, in Wehrden schon spreche man rheinfränkisch. Texte aus beiden Sprachkreisen werden zum Jahrmarkt in den einzelnen Shops gelesen. Vertreter der Mundartvereinigungen "Gau un Griis" und Mundartring übernehmen das.

Auch der Gastro-Führer Guide Orange und der Gollenstein-Verlag werden vertreten sein. Gaukler und Spielleute ergänzen ab 17 Uhr das Programm bis zur Feuershow um 22.30 Uhr.

Der Markt findet auf dem hinteren Parkplatz von Myland statt. Zusätzliche Parkmöglichkeiten sollen geschaffen werden, unter anderem am Naturbad. Der Markt beginnt um 14 Uhr.