"Mobile City" kritisiert die Stadtverwaltung

Saarbrücken. Die Aufregung um das Handy-Parken in Saarbrücken hält an: In einem Schreiben, das der SZ vorliegt, kritisiert der scheidende Anbieter "Mobile City" die Entscheidung der Stadt, in Zukunft auf seine Dienste zu verzichten. Darüber hinaus widerspricht das Unternehmen den Argumenten, mit denen die Stadtverwaltung den Anbieterwechsel begründet

Saarbrücken. Die Aufregung um das Handy-Parken in Saarbrücken hält an: In einem Schreiben, das der SZ vorliegt, kritisiert der scheidende Anbieter "Mobile City" die Entscheidung der Stadt, in Zukunft auf seine Dienste zu verzichten. Darüber hinaus widerspricht das Unternehmen den Argumenten, mit denen die Stadtverwaltung den Anbieterwechsel begründet. Die Stadt ist unter anderem der Ansicht, dass das neue System bequemer sei. Zudem entlaste der Wechsel die Stadtkasse um 37 000 Euro im ersten Jahr und um 45 000 Euro ab dem zweiten Jahr (die SZ berichtete).Mobile City hält dagegen: Die Firma selbst könne auch Handy-Parken ohne Registrierung möglich machen und habe der Stadt Saarbrücken ein "äußerst attraktives" Angebot gemacht. Die jährlichen Kosten in Höhe von 65 000 Euro resultierten nicht allein aus dem Handyparken, sondern beinhalteten unter anderem auch die Kosten für Überwachungsgeräte für die Ordnungsbeamten sowie Software. Überdies sei das System von Mobile City zuverlässig, die Firma habe viele zufriedene Kunden: "Wie man seitens der Stadt Saarbrücken zu der Aussage kommt, es habe Probleme mit der Technik und Verlässlichkeit gegeben, ist daher vollkommen unverständlich", heißt es in dem Schreiben.

Für die Autofahrer werde Handy-Parken nun teurer, so Mobile City, weil für Dienste, die über eine Kurzwahl abgewickelt werden (wie das Handy-Parken), immer Kosten anfielen. Diese ließen sich auch durch SMS-Flatrates nicht vermeiden.

Und schließlich könnten Autofahrer aus dem Ausland, so Mobile City, keinen Parkschein per Handy lösen, weil das neue System nicht über ausländische Handy-Karten abrechnen kann.

Auf SZ-Anfrage verteidigte die Stadtverwaltung den Anbieterwechsel erneut. Die Argumente, die für Mobile City sprächen, etwa die minutengenaue Abrechnung oder der Parkverkehr aus dem benachbarten Ausland, hätten lediglich eine untergeordnete Bedeutung.

Ferner moniert die Stadt, dass Mobile City im Rahmen der Ausschreibungsfrist gar kein Angebot eingereicht habe. Außerdem habe die Firma Registrierungsdaten genutzt, um einen eigenen Newsletter an Parker zu verschicken. So sei das neue System nicht nur bequemer, sondern trage auch dem Datenschutz besser Rechnung, weil keine Registrierung nötig ist. gha

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