1. Saarland

Mittelaltermarkt vorzeitig beendet

Mittelaltermarkt vorzeitig beendet

Das Mittelalterliche Treiben an der Burg Bucherbach hat gestern ein abruptes Ende genommen. Nach sintflutartigen Regenfällen brachen die Veranstalter den Markt ab.

"Land unter" hieß es gestern Vormittag auf dem Burgplatz in Köllerbach. "Es ging einfach nicht mehr, wir mussten den Markt auflösen. Die elektrischen Anlagen saufen ab, es kommen keine Besucher, es ist vorbei", erklärt Ludwig Heil, Vorsitzender des ausrichtenden Vereins "Die Tafelrunde". Er ist ein wenig traurig, aber letztendlich auch froh, dass der Kampf gegen den Dauerregen nun offiziell beendet wurde. "Gegen das Wetter ist man machtlos, das ist einfach höhere Gewalt", erklärt Angelika Jung aus Ottweiler.

Rekordbesuch am Samstag

Sie ist mit ihrem Stand schon seit mehreren Jahren beim Mittelalterlichen Treiben in Köllerbach dabei und schätzt die Veranstaltung sehr. "Der Samstag war richtig gut, am Sonntag waren trotz des Regens noch viele Leute hier, aber heute macht es einfach keinen Sinn mehr", sagt sie und packt ihre Tonkrüge zusammen. Einpacken ist auch bei Claudia Leis aus Petite Rosselle angesagt.

"Die Teestube und die Lederei sind im wahrsten Sinn des Wortes abgesoffen. So viel Wasser war einfach zu viel für die Zelte", fasst sie zusammen und watet mit Gummistiefeln über den durchnässten Orientteppich. Seit zehn Jahren ist sie auf Mittelaltermärkten dabei, "doch so schlimm war es noch nie", sagt sie. Und dabei hatte, wie Ludwig Heil erzählt, alles so gut angefangen am Samstag.

"Mit 600 Besuchern am Samstag konnten wir einen Rekord verbuchen, das kennen wir so nicht, normal kommen die Leute am Sonntag und Montag", sagt er. Der Sonntag brachte trotz Dauerregen noch 250 zahlende Gäste zur Burg Bucherbach, "nicht gerade berauschend, aber dennoch bei dem Wetter akzeptabel". Gestern hätte der Markt nun als Ausgleich dringend eine Regenpause verdient. Stattdessen überfluteten heftige Schauer den Platz. Das sei für den Verein ein herber finanzieller Verlust, aber auch den Standbetreibern fehlen die Einnahmen, so Heil. "Wir leben davon, aber ehrlich gesagt, macht es bei diesem Wetter auch keinen Sinn, auf Besucher zu warten", erklärt Frank Alt aus Eppelborn.

Er war mit seinem Crêpes-Stand nach Köllerbach gekommen, einer Holzbude, die, wie er betont, sich gerade bei Regen als gute Investition erweist. Nicht so gut geschützt, hat ihm gegenüber Maritta Hohl aus Bad Bergzabern mit ihrer Krämerei ausgeharrt. "Doch nun sind die Gewänder und die Filzartikel klamm und müssen ins Trockene. Unsere Zeltplanen haben dem Dauerregen nicht Stand gehalten", sagt sie. Sie ist gern in Köllerbach zu Gast, "der Markt hat sich über die Jahre immer weiter verbessert, hat eine tolle Atmosphäre, und der Ludwig mit seinem Team ist sehr engagiert", lobt sie.