1. Saarland

Miteinander tut allen gut

Miteinander tut allen gut

Freisen. "Alles begann vor wenigen Jahren mit dem Melanie-Projekt der Landesregierung, das als Reaktion auf die demografische Entwicklung in den ländlichen Gemeinden ins Leben gerufen wurde", erinnert sich Cornelia Rauber, Leiterin der Kindertagesstätte Freisen "Alt & Jung - Hand in Hand". 2006 bewarb sich die Gemeinde für dieses Projekt

Freisen. "Alles begann vor wenigen Jahren mit dem Melanie-Projekt der Landesregierung, das als Reaktion auf die demografische Entwicklung in den ländlichen Gemeinden ins Leben gerufen wurde", erinnert sich Cornelia Rauber, Leiterin der Kindertagesstätte Freisen "Alt & Jung - Hand in Hand". 2006 bewarb sich die Gemeinde für dieses Projekt. Mehrere Gruppen mit verschiedenen Aspekten zu diesem Thema wurden gebildet, eine davon war "Alt & Jung". Rasch fanden sich mehrere vorwiegend ältere Menschen aus Freisen, die hierzu etwas auf die Beine stellen wollten. "Die Frage war: Wie kann man die älteren Leute ermuntern, raus zu gehen, um mit jungen Menschen zusammen zu kommen", so Cornelia Rauber. So entstand die Idee einer Begegnungsstätte. Da die Kindertagesstätte bereits Aktionen wie Basteln mit den Großeltern anbot und eine Erweiterung und Renovierung der Räumlichkeiten anstand, lag es nahe, diese Begegnungsstätte in die Kita zu integrieren.Im Dezember 2010 waren die Umbaumaßnahmen abgeschlossen und die Organisation der Begegnungsstätte konnte in Angriff genommen werden. "Vieles steckt noch in den Kinderschuhen", so Cornelia Rauber. "Wir sind noch dabei, das alles mit Leben zu füllen." Mittlerweile gibt es aber schon eine ganze Reihe von Angeboten. So organisiert Manfred Becker, Vorsitzender des eigens gegründeten Fördervereins, PC-Kurse speziell für Senioren, zweimal im Monat findet ein Internet-Café statt. Außerdem kümmert er sich um Vorträge für die ältere Generation, beispielsweise zum Erbrecht, zur häuslichen Pflege oder Sturzprävention. Mit der Kindertagesstätte wurden Aktionen organisiert, um die älteren Menschen mit den Kindern zusammen zu bringen. Hier finden jeden Monat feste Treffen statt, wie der Strickkreis oder Schachrunden. Daneben gibt es aber auch spontane Aktivitäten, wie gemeinsames Basteln, Malen, Vorlesen, Backen und Kochen. Bei den älteren Teilnehmern handele es sich häufig um Senioren ohne Familie oder eigene Enkelkinder, die nicht nur daheim herumsitzen möchten, erklärt Cornelia Rauber. Es werde auch weiterhin versucht, Leute für die Arbeitsgruppen zu interessieren. Man spreche Menschen an oder rufe im Gemeindeblatt auf, einfach mal vorbeizuschauen. "Aber viele haben da Hemmungen und fürchten, etwas falsch zu machen." Wenn man jedoch die Reaktion der Kinder sehe, merke man schnell, dass das Gegenteil der Fall sei. "Die Kinder freuen sich über die Zeit und Zuwendung, die sie erhalten." Gerade die ältere Generation verfüge über so viel Wissen, das sie den Kindern weitergeben könne.

Für die Zukunft sei noch einiges geplant. So habe man vor, in diesem Jahr erstmals gemeinsam Fastnacht zu feiern. Im März soll ein Frühschoppen eingerichtet werden. "Unser Ziel ist es, dass die Leute zu einer Tasse Tee oder Kaffee einfach mal reinschnuppern", so Rauber. Auch eine Betreuungsbörse sei geplant für Familien, die außerhalb der Kindergartenzeiten eine Betreuung für ihre Kinder benötigen.

Miteinander tut allen gut
 Das Plätzchenbacken beherrschen beide Generationen.
Das Plätzchenbacken beherrschen beide Generationen.
 Auch beim Malen hilft einer dem anderen.
Auch beim Malen hilft einer dem anderen.

"Wir hoffen, dass die älteren Menschen ihre Berührungsängste verlieren." Denn beide Seiten profitieren von dem Miteinander: Sowohl für die Senioren als auch für die Kinder können diese Treffen eine Bereicherung sein.