1. Saarland

Mit Zelterplakette geadelt

Mit Zelterplakette geadelt

Oberkirchen. Was wäre es für ein Leben im Dorf, wenn es den Gesang nicht gäbe? Diese Frage stellte Annegret Kramp-Karrenbauer, die saarländische Ministerin für Bildung, Frauen, Familie und Kultur, als sie am Samstag in der Festhalle dem 100 Jahre alten Männergesangverein gratulierte

Oberkirchen. Was wäre es für ein Leben im Dorf, wenn es den Gesang nicht gäbe? Diese Frage stellte Annegret Kramp-Karrenbauer, die saarländische Ministerin für Bildung, Frauen, Familie und Kultur, als sie am Samstag in der Festhalle dem 100 Jahre alten Männergesangverein gratulierte. Die Tradition zu bewahren und das Liedgut an die nächste Generation weiterzugeben, das gehöre zu den vornehmlichsten Aufgaben eines Chores. Anschließend überreichte sie die von Bundespräsident Horst Köhler verliehene Zelterplakette an den zweiten Vereinsvorsitzenden Helmut Gelzleichter mit den Worten: "Der Männergesangverein Oberkirchen ist jetzt in den Kreis der geadelten Chöre in Deutschland aufgenommen worden."Als einen wesentlichen Bestandteil des Lebens bezeichnete die Vorsitzende des Saarländischen Chorverbandes, Marianne Hurth, den Gesang und die Musik. Weil es schon seit Jahren Rückgänge in den Chören gebe, fördere ihr Verband die Fortbildung von Erzieherinnen und Lehrern, damit auch in den Kindergärten und Schulen mehr gesungen werde. "Das Singen bereichert den Menschen in seinem Wesenskern, schärft die Empfindungen und spricht das Gefühl und den Verstand an." Mit Nadeln und Urkunden zeichnete die Präsidentin anschließend mehrere Vereinsmitglieder aus. Unter ihnen war auch Albert Kastel, der den MGV Oberkirchen seit 40 Jahren leitet.Vor 100 Jahren und fast auf den Tag genau - am 24. Juni 1908 - sei der Männergesangverein Oberkirchen erstmals aufgetreten, hat der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald herausgefunden. Singen hält fitMit seinen heute 40 aktiven Sängern beweise der Chor, dass singen fit halte. "Musik und Gesang sind eben eine Sprache, die jeder versteht, und ein Kulturgut, das aus Oberkirchen nicht mehr wegzudenken ist", sagte der Kreischef. Seine besondere Anerkennung sprach er Chorleiter Albert Kastel aus. Freisens Bürgermeister Wolfgang Alles blickte zurück in die Gründerzeit. Die ältesten Vereine der Gemeinde seien in der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts gegründet worden, vornehmlich Chöre und Obst- und Gartenbauvereine. Freisen sei mit seinen Dörfern eine singende Gemeinde, denn auch in den Kindergärten und Schulen werde seit Jahren gerne gesungen. Oberkirchens Ortsvorsteher Karl-Josef Scheer hob hervor: "Das Kulturgut Musik verbindet euch und uns und gibt allen ein Gefühl von Heimat." Der Gesang bringe Freude, Erholung und Gemeinschaftsgeist, sagte Pastor Hanno Schmitt. Wer singe, würde es nicht nur zur eigenen und zur Freude anderer Menschen tun, sondern auch zum Lobe Gottes. In der mit 400 Gästen gefüllten Festhalle hatte die Volkshauskapelle den Kommers mit schneidigen Weisen eröffnet und der Jubelchor anschließend erste Proben seines Könnens abgelegt. Nach den Ansprachen gestalteten die befreundeten Gast-Chöre aus Hasborn, Winterbach, Freisen, Güdesweiler, Grügelborn und Bundenbach einen frohen Liederabend. Eröffnet worden war das 100-Jährige am Freitag mit einem Chorkonzert. Am Samstagabend wurde in der Pfarrkirche eine Festmesse gefeiert. Gestern ging ein großer Umzug durch das Dorf, dem ein bunter Nachmittag in der Festhalle folgte. > weiterer Bericht folgt

Auf einen BlickMit Ehrennadeln und Urkunden wurden beim Kommers des MGV Oberkirchen folgende langjährige Mitglieder geehrt: 25 Jahre: Erich Becker, Thomas Alles und Heinz Schnur. 40 Jahre: Fritz Keller und Martin Peter. 50 Jahre: Rudi Schwenk, Manfred Wüst, Werner Alles, Rudi Künzer und Albert Kastel. 60 Jahre: Gottfried Dausend, Paul Martin, Klaus Müller, Josef Schmitt und Reinhold Weisgerber. 70 Jahre: Cornelius Schirra. gtr