1. Saarland

Mit Vollgas über den Acker

Mit Vollgas über den Acker

Wahlen. Von wegen langweiliges Tuckern über eine Wiese. Beim Mofa-Rennen auf der Wahlener Platte ging es beinhart zur Sache, da flogen die Gras-Fetzen, es war rund um die Piste die Hölle los

Wahlen. Von wegen langweiliges Tuckern über eine Wiese. Beim Mofa-Rennen auf der Wahlener Platte ging es beinhart zur Sache, da flogen die Gras-Fetzen, es war rund um die Piste die Hölle los. "Angefangen hatte alles vor acht Jahren aus einer Bierlaune heraus am Stammtisch mit zehn Teams in einem Schuppen auf der Wahlener Platte", erzählt Volker Fell, Vorsitzender des Vereins Wahlener Mofarennen. Mittlerweile hat das Wahlener Mofarennen schon Tradition und fasziniert seine Besucher, diesmal bis zu 3000, durch spannende Rennen, aufgemotzte Flitzer und natürlich viele Benzingespräche an der Strecke. Das Fahrerlager mit Ersatzteillager und Werkstatt der teilnehmenden Teams gleicht einem kleinen Dorf. "Vier Stunden nonstop Mofarennen sind brutal. Den Fahrern und Maschinen wird alles abverlangt", bringt es Fell auf den Punkt. Aber auch die 1900 Meter lange, eng geschlungene und mit rotweißem Flatterband markierte Piste, die von den Teams mit grobstolligen Reifen befahren wurde, sieht nach dem Rennen nicht mehr wie eine Wiese aus, eher wie ein umgepflügter Acker, in dem Kartoffeln angepflanzt werden könnten. Die Mofas haben außer dem Rahmen keine Originalteile mehr, da ist technisches Geschick beim Basteln und Schrauben gefragt. "25 Pferdestärken lassen die Flitzer auf der kurzen Gerade bis zu 120 Stundenkilometer schnell werden", schnalzt Fell mit der Zunge. Grundsätzlich war das richtige Gespür für Gasgeben und Bremsen gefordert. Gebremst wurde, wenn überhaupt, erst im allerletzten Moment vor einer Kurve, denn ständig spürten die Fahrer den heißen Atem der Verfolger im Nacken. Positionskämpfe gab es an jeder Stelle der Piste, ein Sprunghügel sorgte für zusätzliche Attraktion. 80 Teams in zwei Kategorien, 50 Kubik und 80 Kubik, nahmen nach dem Startschuss Runde für Runde den Kampf um den Sieg auf. Vorjahressieger "Hochwaldbogga" aus Otzenhausen waren gut ins Rennen gestartet. Nach einer halben Stunde lag die Mannschaft in Führung. "Seit sieben Jahren sind wir hier am Start. Wir haben drei Fahrer, die sich stundenweise ablösen", erzählt Teammanager Jochen Loch. Der Spaß steht bei dem sechsköpfigen Team im Vordergrund. Pro Jahr nimmt man an drei, vier Rennen im Saarland teil. "Pussi de Luxe" ist ein reines Frauenteam aus Rappweiler. "Meine Schwester Anna und ich fahren seit 2005", erzählt Marta Jastrzrebski stolz. Ein 80-Kubik-Mofa fahren sie, von Freund Tobias Ramb, der zugleich Fahrer beim Herkules-Team aus Lockweiler ist, werden sie beim Flicken und Reparieren des Mofas unterstützt. Gewechselt wird, wenn die andere Fahrerin müde ist. "Es gibt Teams, die sind viel professioneller als wir", gesteht Petja Schug vom Team Projekt Hummel aus Hoppstädten (Kreis Birkenfeld). Mit zwei Mofas ist sein Team am Start, mehr zur Gaudi nach dem Motto "Dabei sein ist alles". Nach einer Stunde musste er in die Werkstatt, der Auspuff musste neu befestigt werden. Zwölf Teams haben das Rennen nicht zu Ende fahren können, technische Probleme. Doch auch ihnen hat es Spaß gemacht. Und beim nächsten Mal werden sie wieder am Gashahn drehen.

AUF EINEN BLICKDie Ergebnisse: 50 Kubik: 1. 00-WC-Reiniger, Lebach, 204 Runden; 2. Gölz-Paletten-Racing Ottweiler, 191; 3. Zicco Bike Racing, Mitlosheim, 186; 4. Miese Riders II, Thailen, 186; 5. Maggi-Racing, Scheuern, 180.80 Kubik: 1. Kolbenfresser A, Schiffweiler, 212 Runden; 2. 00-WC-Reiniger, Lebach, 204; 3. Körper Klaus Racing, Hoppstädten, 199; 4. Skrewdriver, Eppelborn 199; 5. Hellraiser 195.Frauenwertung:50 Kubik: 1. Miese Rider Girls, Thailen, 140 Runden.80 Kubik: 1. Kittycat Racing, Steinbach, 168 Runden. eb