1. Saarland

Mit Swing ins neue Lebensjahr

Mit Swing ins neue Lebensjahr

Tholey. Nicht die Ansprachen, sondern Musik und Gesang sollten beim 125-jährigen Jubiläum des Männergesangvereins und Frauenchors Tholey im Vordergrund stehen. Deshalb trat im Freizeithaus St. Mauritius auch nur der saarländische Landtagspräsident Hans Ley als Schirmherr ans Rednerpult und überbrachte die Grüße des St

Tholey. Nicht die Ansprachen, sondern Musik und Gesang sollten beim 125-jährigen Jubiläum des Männergesangvereins und Frauenchors Tholey im Vordergrund stehen. Deshalb trat im Freizeithaus St. Mauritius auch nur der saarländische Landtagspräsident Hans Ley als Schirmherr ans Rednerpult und überbrachte die Grüße des St. Wendeler Landrats Udo Recktenwald und des Tholeyer Bürgermeisters, die ebenfalls anwesend waren, gleich mit.Intakte GemeinschaftDer Jubiläumsverein, so Ley, sei auch nach 125 Jahren noch immer eine intakte Gemeinschaft. Als Tholeyer Bub konnte er mit Fug und Recht behaupten, dass der Chor auch ein Stück seines Lebensweges gewesen sei, da er viele Konzerte von ihm miterlebt habe. "Durch seine vielseitige und engagierte Arbeit hat der Verein das kulturelle Leben des Dorfes und der Region auf vorbildliche Weise bereichert", hob der Schirmherr hervor. Ebenso habe er bei Partnerschaftsfesten mit St. Benoit und Zetting mitholfen, die deutsch-französische Freundschaft zu pflegen. "Als ehemaliger Tholeyer Sängerknabe weiß ich, was es heißt, ein Lied einzustudieren und ein Konzert vorzubereiten. Ich weiß auch, was ein Lied anderen Menschen geben kann und dass es mehr ist als ein Aneinanderreihen von Tönen", sagt Ley. Der Redner hob auch die Arbeit des Vereinsvorsitzenden Wolfgang Wahl hervor, der seit 22 Jahren im Amt ist. "In unserer so schnelllebig geworden Zeit ist die Treue zu einem Verein nicht mehr selbstverständlich." Am Ende schlug Ley noch eine Brücke in die Vorkriegszeit. Von 1923 bis 1938 habe der Hauptlehrer Meihack den Männergesangverein zur großen Blüte geführt. Es war der Großvater des heutigen Dirigenten Dietmar Schlegel.Anschließend bekamen die rund 150 Gäste ein abwechslungsreiches Musikprogramm zu hören. Bisher noch unbekannt war im Landkreis der Chor aus Haustadt. Er überzeugte durch einfühlsame und sehr dynamische Liedvorträge. Besonders gelungene Interpretationen waren der "Millionär", das Reinhard-Mey-Lied "Der Mörder ist immer der Gärtner" und das Volkslied "Es waren zwei Königskinder." Das Jazztrio St. Wendel unter Leitung von Arnd Maldener (Piano) zeigte, dass Jazz nicht laut und dissonant sein muss, wie oft behauptet wird. Zusammen mit Niko Casper (Bass) und Mario Naumann (Drums) bot das Trio mehr oder weniger bekannten Jazz von ganz besonderer Art. Melodien aus Film und Musical ließ das Sopranterzett Innocente mit Klaudia Mathieu, Anja Lauck und Sandra Schu frohgelaunt erklingen. Das Ensemble bewies das in seiner Freizeit erarbeitete Können, mal solistisch, mal als dreistimmiger Satz. Zwei der Sopranistinnen sind auch Mitglied des Chor Courage. Dieser legte ebenfalls ein großes Spektrum an gesanglichen Darbietungen an den Tag. "Come all who thirst" war dabei, ein getragenes Stück mit ausgeprägter Dynamik, die Swingvertonung einer Bourr&;e von Leopold Mozart sowie "Mein kleiner, grüner Kaktus" von den Comedian Harmonistes. Andrew Lloyd Webber durfte als Komponist an diesem Abend natürlich nicht fehlen. Man merkte dem Chor die Begeisterung am Singen an, die sich auch auf das Publikum übertrug. Manchmal klatschte es im Rhythmus mit.