Mit Rap und Rock gegen Rassismus

Mit Rap und Rock gegen Rassismus

Kreis Neunkirchen. Das bundesweite Modellprojekt "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" trägt im Landkreis Neunkirchen erste Früchte. Mehrere Projekte, die Toleranz und Vielfalt fördern, sich gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit wenden und sich für ein friedliches Miteinander einsetzen, konnten bereits umgesetzt werden

Kreis Neunkirchen. Das bundesweite Modellprojekt "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" trägt im Landkreis Neunkirchen erste Früchte. Mehrere Projekte, die Toleranz und Vielfalt fördern, sich gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit wenden und sich für ein friedliches Miteinander einsetzen, konnten bereits umgesetzt werden. Beispiel: Der Aktionsmonat "Against Racism" im JuZ united Neunkirchen. Ziel des Projektes ist die Sensibilisierung Jugendlicher und junger Erwachsener gegenüber rassistischen Einstellungen. Neben Informationsveranstaltungen wie einer Diskussion mit dem Aussteiger aus der rechtsextremistischen Szene und einer Multiplikatorenschulung zum Thema Umgang mit kultureller Unterschiedlichkeit fanden auch ein Rap-Workshop, ein Videoprojekt, ein Rockkonzert und eine Filmveranstaltung mit Diskussion statt.Insgesamt seien in diesem Jahr fünf Projekte entstanden, die von einem unabhängigen Beirat ausgesucht und mit den Bundesmitteln gefördert wurden, berichtet Landrätin Cornelia Hoffmann-Bethscheider im SZ-Gespräch. Sie bewertet das Projekt nicht nur aufgrund der jüngsten Entwicklungen in Sachen Rechtsextremismus in Deutschland als "sehr positiv". Der Landkreis Neunkirchen, der allein für das Jahr 2012 90 000 Euro an Bundesmitteln für die Projekte erhält, sei klug beraten gewesen, sich für das Bundesprogramm zu bewerben. Denn mit diesem Geld werde präventiv gearbeitet, um einer latenten Fremdenfeindlichkeit entgegenzuwirken beziehungsweise diese gar nicht erst aufkommen zu lassen. Für besonders wichtig hält die Landrätin die Multiplikatorenschulung, um für eine Nachhaltigkeit des Projektes zu sorgen.

"Toleranz fördern heißt auch, das Vertrauen von jungen Menschen gewinnen sei es als Trainer, Lehrer oder freiwilliger Betreuer", sagt Hoffmann-Bethscheider. Im Landkreis Neunkirchen werde in dieser Hinsicht schon viel auf die Beine gestellt. Dazu passe das Bundesprojekt sehr gut. Grundsätzlich können die Projektteilnehmer ihre Methoden und Aktionen frei wählen. Ausdrücklich erwünscht sind neue Ansätze, um Demokratie und Toleranz zu fördern. Es können sich Vereine, Verbände, bürgerschaftliche Vereinigungen oder auch Schulen, Jugendgruppen usw. bewerben. Interessenten können sich bei einer Veranstaltung am 10. Januar (siehe Infokasten) ausführlich informieren.

Die Landrätin hofft, dass das Bundesprogramm auch nach 2013 weiter geführt wird. "Um rechtsextremen und fremdenfeindlichen Tendenzen entgegen zu wirken, muss man am Ball bleiben."

Hintergrund

Auch per Button lässt sich Farbe bekennen. Foto: Thomas Köster.

Der Landkreis Neunkirchen ruft dazu auf, Projektanträge für das Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenz stärken" zu stellen. Gefördert werden in diesem Rahmen Projekte zur Förderung von Toleranz und Vielfalt, die sich gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit wenden und sich für ein friedliches Miteinander einsetzen. Ab sofort können Anträge für den Förderzeitraum Februar bis Dezember 2012 gestellt werden. Am Dienstag, 10. Januar, findet ab 14 Uhr eine Informationsveranstaltung im Sitzungsraum des Jugendamtes in der Saarbrücker Straße 1 in Neunkirchen statt. Um Anmeldung unter Telefon (06821) 9 06 71 45 oder jugendarbeit@landkreis-neunkirchen.de wird gebeten. red