Mit List und Lügen die Brücke gerettet

Mit List und Lügen die Brücke gerettet

Frankreich und Napoleon kamen Zug um Zug in vielen Einzelschritten zu uns, bis sie 1801 ganz und völkerverbindlich da waren und wir zu "Franzosen" wurden. Unsere französische Zeit endete abrupter in 1814. Dass wir darüber relativ viel wissen, verdanken wir einem Tagebuchschreiber, Philipp Franz, der Sekretär beim Lebacher Maire und Notar Reusch war

Frankreich und Napoleon kamen Zug um Zug in vielen Einzelschritten zu uns, bis sie 1801 ganz und völkerverbindlich da waren und wir zu "Franzosen" wurden. Unsere französische Zeit endete abrupter in 1814. Dass wir darüber relativ viel wissen, verdanken wir einem Tagebuchschreiber, Philipp Franz, der Sekretär beim Lebacher Maire und Notar Reusch war. Er war also nahe dabei und sicher gut informiert. Franz schreibt: "Auf heilig Dreikönigstag 1814 kamen die gegen Napoleon sich verbundenen Mächte in Lebach und Tholey. Die Vorposten waren preußische schwarze Husaren, welche in Lebach noch 37 Franzosen zu Gefangenen machten." Die Franzosen wollten sich ihnen eigentlich in Lebach massiv entgegenstellen, um ihr schnelles Herandringen nach Saarlouis zu vermeiden. Franz schreibt, wie es vermieden wurde: Allein der Maire Reusch und der Friedensrichter Gellert und andere Personen suchten einen falschen Lärm unter die Franzosen zu bringen, sie verkündeten: Man sehe von Birkenfeld aus nichts als Kosaken und Preußen in ungeheuerer Masse auf allen Straßen heranziehen. Danach zogen sich die Franzosen direkt nach Saarlouis zurück. Im Fortgehen wollten sie die Brücke über den Theelbach sprengen. Allein ein französischer Gendarm, der in Lebach in der Vorzeit stationiert war, stellte dem französischen Kommandanten vor Augen, dass, wenn die Brücke gesprengt würde, ein Schaden entstehe, ohne den Feind dadurch zurückzuhalten, indem man allenthalben durch die Theel waten und reiten könne. Die Brücke sei nur für die Hochwässer bei regnerischem Wetter erbaut worden. Das war so falsch wie die Mär von den anrückenden großen Heeresverbänden. Mit zwei "falschen Parolen" also retteten die Lebacher die damals so wichtige Brücke.Im Lebacher Stadtarchiv schlummern unendlich viele Geschichten, die nur darauf warten, ausgegraben zu werden. Seit Jahren ordnet und durchforstet Albert Wagner die Bände des Archivs. In einer Serie "Akten erzählen Geschichte(n)" stellt er seine Entdeckungen vor.

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