Mit kleinen Handgriffen Energie sparen

Mit kleinen Handgriffen Energie sparen

Kreis Neunkirchen. "25 Prozent Energie sparen nur mit dem Schraubenschlüssel" - Gerhard Kiefer (64) erinnert sich an eine Heizungsanalyse, die das Gaswerk Illingen 2009 in der Kirche St. Michael Wemmetsweiler gemacht hat. Elf Fühler seien damals angebracht worden. Und die "erfühlten": Viel Energie verpufft einfach, weil die Einstellungen ungünstig sind

Kreis Neunkirchen. "25 Prozent Energie sparen nur mit dem Schraubenschlüssel" - Gerhard Kiefer (64) erinnert sich an eine Heizungsanalyse, die das Gaswerk Illingen 2009 in der Kirche St. Michael Wemmetsweiler gemacht hat. Elf Fühler seien damals angebracht worden. Und die "erfühlten": Viel Energie verpufft einfach, weil die Einstellungen ungünstig sind. Kiefer, ehemals technischer Angestellter und auch als Rentner ein Mann für technische Tüfteleien, war sensibilisiert für das Thema. Für seine Gemeinde Herz Jesu Wustweiler und auch fürs Dekanat Illingen.Als das Bistum Trier seine Klima-Initiative "Energiebewusst" (siehe "Rückblick") startete, waren Herz Jesu und Gerhard Kiefer dabei. Ziel der Initiative: In Kirchengemeinden, Bistumsschulen, Kindertagesstätten und Verwaltungen sollen der Energieverbrauch und die C02-Emissionen gesenkt werden, um damit die Umwelt und den Geldbeutel zu schonen.

Das Bistumsprojekt hat zwei Bausteine, berichtet Eva-Maria Kiefer vom Projektpartner Arge Solar (Beratung für Energie und Umwelt, www.arge-solar.de). Zum einen jährliche Energie-Bilanzen zu Strom, Wasser und Heizung bei allen 3500 bis 4000 kirchlichen Liegenschaften. 2010 etwa hat das Bistum nach eigenen Angaben rund 14 Millionen Euro für Energiekosten ausgegeben. Durch Heizung und Stromverbrauch wurden dabei rund 99 000 Tonnen CO2 ausgestoßen. Den zweiten Baustein bildet ein Klimaschutz-Management vor Ort. 100 bis 150 Kirchengemeinden oder andere Einrichtungen können im Jahr mitmachen (siehe "Auf einen Blick"). Für dieses Management wird zunächst ein Energiebeauftragter benannt. Der ist Ansprechpartner für die Klima-Initiative, liest die Verbrauchsdaten ab und leitet sie weiter (Energie-Controlling). Der Energiebeauftragte, auch "Kümmerer" genannt, wird für seine Aufgabe geschult. "Kümmerer" Gerhard Kiefer hörte verständlich Informatives zu baulichen und technischen Fragen, aber auch zu Verbraucherverhalten. Im Herbst 2011 schauten Umweltschutz-Ingenieur Dirk Redmann (Illingen) und Architekt Wolfgang Moses in Wustweiler vorbei: Objekt-Begehung mit dem Energiebeauftragten für einen kostenfreien Energie-Check. In Wustweiler schauten sie sich Kirche und Pfarrhaus, Kindergarten und Pfarrsaal an.

Jetzt hat Gerhard Kiefer den so genannten Energie-Bericht aus der Begehung erhalten. Dieser listet auch Empfehlungen und Handlungsoptionen auf: Etwa im Pfarrsaal alte Beleuchtung durch moderne Beleuchtungssysteme auszutauschen. Überall Türen zu unbeheizten Räumen konsequent zu schließen. Spartasten und Lichtschalter zu beschriften, Appell-Schilder wie "Thermostat runterschalten" aufzustellen. Nicht zum Paket gehört eine Einsparprognose. "Priorität hat das Nutzerverhalten. Dazu kommen kleine bauliche Maßnahmen", sagt Eva-Maria Kiefer. "Es geht vor allem um gering investive Maßnahmen." Geld ist knapp. Gerhard Kiefer wird jetzt einen Präsentations-Termin mit Redmann und Moses abstimmen. Die Experten wollen der Gemeinde die Ergebnisse des Energie-Checks erklären. Möglichst viele sollen sich alltäglich ums Energiesparen kümmern.

energiebewusst.

bistum-trier.de

Rückblick

Ab 2008 erarbeitet das Bistum Trier Handlungsmöglichkeiten zur Senkung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen in den kirchlichen Liegenschaften.

2009 startet die Klima-Initiative "Energiebewusst". Dazu gehören jährliche Energieberichte und ein Klima-Management vor Ort.

Von 2010 bis Ende 2012 dauert die Projektphase. Danach wird die Initiative in die Regelarbeit überführt. cle

Auf einen Blick

Bis Projektende werden sich 375 Kirchengemeinden oder andere Einrichtungen im Bistum Trier an der Klima-Initiative beteiligt haben. Jetzt auf den "Geleitzug" aufgesprungen sind aus dem Landkreis Neunkirchen die Pfarrei St. Josef/St. Johannes Neunkirchen, St. Marien Neunkirchen und St. Ludwig-Herz Jesu Spiesen-Elversberg. Ihre Energie-Beauftragten wurden am 14. Januar im Haus Sonnental in Wallerfangen geschult. Bereits 2011 standen auf der Teilnehmerliste neben Herz Jesu Wustweiler die Pfarrei Maria Geburt Ottweiler, die Pfarreiengemeinschaft Merchweiler-Wemmetsweiler, die Pfarrei St. Josef Uchtelfangen sowie die Maximilian-Kolbe-Schule Wiebelskirchen. cle

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