1. Saarland

Mit heruntergelassener Hose

Mit heruntergelassener Hose

Marpingen. Das Gute aus Marpinger Sicht zuerst: Eine Stunde lang spielte der FC Hellas am Freitagabend gegen den VfB Theley richtig guten Fußball, erarbeitete sich einige Torchancen und nutzte in der 47. Minute eine Unsicherheit in der Gäste-Abwehr zum Führungstreffer: Giuseppe Mangiardi hatte VfB-Torhüter Marc Lauer überwunden

Marpingen. Das Gute aus Marpinger Sicht zuerst: Eine Stunde lang spielte der FC Hellas am Freitagabend gegen den VfB Theley richtig guten Fußball, erarbeitete sich einige Torchancen und nutzte in der 47. Minute eine Unsicherheit in der Gäste-Abwehr zum Führungstreffer: Giuseppe Mangiardi hatte VfB-Torhüter Marc Lauer überwunden. Das Schlechte: 60 gute Minuten reichen auch in der Landesliga nicht, um ein Spiel zu gewinnen. Doch zurück zum Anpfiff. Marpingen spielte vom Anstoß an gut mit, stellte sich nicht hinten rein, sondern setzte selbst spielerische Akzente. Der favorisierte VfB Theley schien überrascht vom couragierten Auftreten der Hellenen, die in der 35. Minute die größte Chance hatten: Giuseppe Mangiardi hatte sich auf der linken Außenbahn gut durchgesetzt und flankte den Ball flach vor das Gästetor, doch sowohl André Kunrath als auch Moritz Bläs verpassten. Fünf Minuten später war es wiederum Mangiardi, der vor dem Gehäuse von VfB-Schlussmann Marc Lauer für Gefahr sorgte, alleine auf Lauer zuging, den Ball aber nicht im gegnerischen Tor platzieren konnte. Besser machte es der quirlige Offensivspieler dann in der oben erwähnten 47. Spielminute. Und jetzt zeigte sich, dass auch Hellas-Trainer Steffen Heßler, der ansonsten in stoischer Ruhe an der Bande lehnte, emotional bei der Sache war: Der Trainer feierte den verdienten Führungstreffer. VfB-Trainer Heiko Wilhelm, der permanent an der Seitenlinie unterwegs war und Anweisungen ins Spiel rief, war dagegen etwas angefressen: Seine Mannschaft zeigte nicht das, was er von ihr sehen wollte. Später sagte er: "Wir haben das Gegentor gebraucht, um wach zu werden. Denn irgendwie haben wir erst nach dem 0:1 gemerkt, dass wir hier Fußball spielen müssen." Marpingen ließ sich mit zunehmender Spieldauer in die eigene Hälfte drängen, der VfB bedankte sich für die gewonnene spielerische Freiheit mit dem 1:1 durch Seyfi Gören, der einen hoch in den Marpinger Fünf-Meter-Raum getretenen Freistoß aus kurzer Distanz einnickte (67.). In der 72. Minute dann die Entscheidung: Wieder ging dem Tor ein Freistoß voraus, wieder flog der Ball in den Fünf-Meter-Raum und wieder schaltete ein Theleyer am schnellsten: Daniel Daworwy stand am langen Pfosten und netzte ein. In der Endphase wurde die Partie dann hektisch, unrühmlicher Höhepunkt war die Rote Karte für Marpingens Florian Müller, der es für notwendig erachtet hatte, dem Publikum mit heruntergelassener Hose seine Rückansicht zu präsentieren. Dietmar Recktenwald war nach dem Spiel bedient. "Wir verteilen nur Geschenke", ärgerte sich der Hellas-Vorsitzende. VfB-Trainer Wilhelm meinte hingegen: "Insgesamt denke ich, dass wir verdient gewonnen haben. Das war halt ein typisches Derby, nicht schön, aber spannend. Für uns heißt es jetzt: Mund abputzen und weiter." Weiter, immer weiter, geht es auch für Marpingen, das nach dem achten Spieltag noch immer auf den ersten Sieg wartet.