1. Saarland

Mit "ganzem Herzen" Dank an meinen OrganspenderÜberglücklich, wieder ganz Mensch zu sein

Mit "ganzem Herzen" Dank an meinen OrganspenderÜberglücklich, wieder ganz Mensch zu sein

Scheuern. Christian Klesen wirkt gelassen, wenn er ganz offen über seine Leidens- und Lebensgeschichte spricht. Dazu gehört auch, dass er Jahre vor seiner Krankheit sich einen Organspenderausweis besorgt hatte, ohne Gedanken daran, dass er selbst einmal auf eine Organspende angewiesen sein könnte. Doch das schwere Schicksal ereilte ihn

Scheuern. Christian Klesen wirkt gelassen, wenn er ganz offen über seine Leidens- und Lebensgeschichte spricht. Dazu gehört auch, dass er Jahre vor seiner Krankheit sich einen Organspenderausweis besorgt hatte, ohne Gedanken daran, dass er selbst einmal auf eine Organspende angewiesen sein könnte. Doch das schwere Schicksal ereilte ihn. "Vor 14 Jahren fühlte ich mich, als säße ich auf einem Ast der mehr und mehr abknickt", erzählt der Scheuerner. Mit Atembeschwerden wird er ins Krankenhaus eingeliefert, wo bei ihm später eine Herzmuskelerkrankung diagnostiziert wird.Doch damit nicht genug. Klesen trifft ein weiterer Schicksalsschlag. Seine Mutter Gerda stibt plötzlich und unerwartet, Herzstillstand. "So einen seelischen Schock steckt man nicht so einfach weg", blickt Klesen auf die schwere Zeit zurück. Da sich sein eigener gesundheitlicher Zustand radikal verschlimmerte, hätte sein Vater Josef allein die riesige Last tragen müssen. "Für einen Außenstehenden ist es sicherlich besonders schwierig, das Ganze nachzuvollziehen", denkt Klesen darüber mit dem nötigen Abstand. Klesens Zustand verschlimmert sich zusehends, er kommt in die Uniklinik in Homburg. Auch dort ist der Krankheitsfortschritt nicht zu stoppen. Auch seine übrigen Organe beginnen zu versagen und eine Lungenentzündung verschlimmert Klesens Zustand zusätzlich. Per Rettungsflug wird er ins Transplantationszentrum nach Berlin verlegt. Wegen akuter Lebensgefahr entschließen sich die Ärzte dort zu einer Notoperation und schließen den Patienten an ein Herz-Kreislaufunterstützungssystem an. "Mein Leben hing an einem Kunstherzen", schildert er bildhaft die Situation. Nur Morphiumspritzen hätten ihm geholfen, die Schmerzen ertragen zu können. Sein lebensbedrohlicher Zustand haf Klesen, auf der Liste der Spendenempfänger nach vorne zu rücken. Und nach einer Wartezeit von "nur" gut drei Wochen transplantiert ihm Professor Roland Hetzer ein Spenderherz. "Mit ganzem Herzen danke ich meinem Organspender", für ein Geschenk, das ihm ein kaum eingeschränktes und glückliches Leben ermögliche, sagt Klesen. Er kann wieder ganztags in St. Wendel arbeiten als Lohn- und Personalsachbearbeiter. In seiner Freizeit engagiert sich Klesen in seiner Heimatdorf Scheuern aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr und in der Kirchengemeinde. "Hier finde ich auch meine Ruhe", meint er rundum zufrieden.Den Zusammenhalt innerhalb der Dorfgemeinschaft nennt Klesen sehr gut. Die Erfahrung habe ihm gezeigt, dass es "für einen persönlich nur von Vorteil ist, wenn man sich in Vereinen engagiert. So hätten ihm während seines Klinikaufenthalts die Aufmerksamkeiten aus der Pfarrgemeinde und die Besuche von Pastor Thomas Weber Rückhalt gegeben. "Ein Dorf lebt vom Miteinander der Leute", sagt Klesen, und rät jedem, sich in eine Gemeinschaft einzubinden. Ganz besonders schätzt er die Momente, in denen er sich seinem Lieblingshobby, der Musik, widmen kann. "Der Besuch eines Konzerts oder einer Aufführung eines Musicals ist für mich ein Muss", merkt der Musikliebhaber an. All dies genieße er in vollen Zügen, ohne seinen Organspender zu vergessen: "Nur durch ihn darf ich wieder "ganz" Mensch sein".