Mit Feuerzauber und Küsschen

Mit Feuerzauber und Küsschen

Völklingen. Spätestens als die letzte Stunde des alten Jahres anbricht, ist klar: Den Völklingern steht ein lauter Jahreswechsel mit warmem, aber schmuddeligem Wetter ins Haus. Bumm! Mit ungewohnter Vehemenz explodieren schon jetzt Kanonenschläge in den Straßen der Innenstadt. Da zucken viele erschrocken zusammen

Völklingen. Spätestens als die letzte Stunde des alten Jahres anbricht, ist klar: Den Völklingern steht ein lauter Jahreswechsel mit warmem, aber schmuddeligem Wetter ins Haus. Bumm! Mit ungewohnter Vehemenz explodieren schon jetzt Kanonenschläge in den Straßen der Innenstadt. Da zucken viele erschrocken zusammen. "Also, ich empfinde das wirklich viel lauter als sonst", sagt Bernd Becker, nachdem er den Schreck abgeschüttelt hat. Wenig später herrscht Heiterkeit. "Da geht wohl eine Uhr komplett falsch", vermutet Silvia Dobrovina und blickt in den Nachthimmel, an dem es bereits blitzt, glitzert und kracht. "Da muss einer eine ganze Batterie von Raketen abgeschossen haben, viel zu früh - aber wunderschön", sprudelt es aus ihr heraus.Als es dann tatsächlich so weit ist, geht alles rasend schnell. In der Innenstadt strömen die Menschen aus den Häusern. Sie wünschen sich ein frohes neues Jahr, liegen sich in den Armen, tauschen Küsschen aus. Viele haben eine Flasche Sekt oder Crémant dabei, man füllt sich die Gläser und stößt auf das neue Jahr an.

Und es zischt, pfeift, heult und kracht jetzt pausenlos. Weil es nieselt, beeilen sich die meisten Hobbyfeuerwerker, ihre Böller, Heuler, Vulkane und Raketen zu verballern. Der Rauch hält sich lange, will wegen der diesigen Witterung einfach nicht abziehen. In der Kühlweinstraße ist einer der Feuerwerks-Schwerpunkte, hier steht der Qualm besonders dicht. Für die wenigen Autos, die noch unterwegs sind, ist jetzt Vorsicht geboten. Auch für den Rettungswagen, der mit Blaulicht und Martinshorn zum ersten Einsatz des erst wenige Minuten alten Jahres 2012 unterwegs ist. Auch im Hof der Feuerwehr ist einiges los. Feuerwehrleute haben bereits ihre Einsatzjacken an, ausrücken müssen sie aber noch nicht. So bleibt Zeit, selbst ein paar Raketen in den Völklinger Nachthimmel zu schießen, die Stimmung ist prächtig. In der Feuerwache beobachtet der Diensthabende Rafael Mailänder das Geschehen durchs geschlossene Fenster. Klar - seine Ohren sind auf den Funkverkehr fixiert. Und auf das Telefon, schließlich passieren gerade jetzt, während die Menschen Feuerwerk abbrennen, die ersten Unfälle des jungen Jahres.

Auf dem Hindenburgplatz wird derweil fleißig geböllert. Der Platz ist besonders bei den Leuten aus der Nachbarschaft sehr gefragt, die Raketen und Batterien abfeuern möchten. "Der Platz ist relativ groß und selbstverständlich nach oben offen", erklärt Hobby-Feuerwerker Harald Bach, "da muss man sich keine Sorgen machen, dass die Rakete in einem Dachgiebel hängen bleibt oder gar in ein offenes Fenster fliegt."

Völklinger Feuerwehrleute beim Feuerwerken. Foto: Andreas Lang.

Der Feuerzauber ist dann so schnell vorbei, wie er begonnen hat. Bereits gegen halb eins ist die Böllerei deutlich abgeklungen. Und eine Viertelstunde später fegen Umwelt- und Sauberkeitsbewusste schon Raketenreste auf dem eigenen Grundstück zusammen.

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