Mit der Lebensgefährtin zum Titel

Mit der Lebensgefährtin zum Titel

Losheim. Der neue Meister war sich seiner Sache noch nicht so sicher. "Das wäre genial und ein krönender Abschluss der Saison", sagt Lars Mysliwietz kurz nach seiner Rückkehr von der "Dopingkontrolle" seines Autos

Losheim. Der neue Meister war sich seiner Sache noch nicht so sicher. "Das wäre genial und ein krönender Abschluss der Saison", sagt Lars Mysliwietz kurz nach seiner Rückkehr von der "Dopingkontrolle" seines Autos. Der 41-jährige Piesbacher hatte seinen Citroen C2R2 max gerade im Parc fermé abgestellt und wusste noch nicht, ob er seinen insgesamt vierten Saarlandmeister-Titel tatsächlich eingefahren hatte. Grund dafür: die komplizierte Rechenprozedur. Wegen der unterschiedlichen Leistungsstärke der Autos gibt es verschiedene Divisionen. Über die endgültige Höhe der erreichten Punkte entscheidet die jeweilige Starterzahl innerhalb der Klassen. Zudem gibt es Punkte für die Platzierung im Gesamtklassement und schließlich wird das schlechteste Ergebnis der Saison gestrichen. Da braucht man fast schon einen Computer.

Von Platz drei auf eins

Da war das Problem des Meisters letztlich weniger gravierend. Nach dem Ausfall seines etatmäßigen Co-Piloten Oliver Schumacher hatte Mysliwietz bis kurz vor Start händeringend nach Ersatz gesucht. Fündig wurde er in den "eigenen Reihen". Lebensgefährtin Anja Stein sprang kurzerhand ein und sagte ihrem Freund, wo es langgeht: "Das war kein Problem, denn sie hat einen perfekten Job gemacht", freute sich Mysliwietz. Für Stein selbst war ihre Premiere mit dem "Gebetsbuch" in der Hand eine positive Erfahrung: "Es war ganz toll. Ich war voll konzentriert und denke, es lief ganz gut."

Reiter bester Saarländer

Abgesehen von technischen Defekten bei einigen der insgesamt 98 Teams gab es keine größeren Zwischenfälle. Den Tagessieg in Losheim sicherte sich Rainer Noller (Abstatt/Baden-Württemberg) auf seinem Mitsubishi Lancer Evo 8 (mit Co-Pilot Uwe Walz) mit knapp drei Sekunden Vorsprung vor Georg Berlandy (BMW M3 E30). Beste Saarländer wurden auf Rang vier der Dillinger Frank Reiter mit Beifahrer Marco Simon (Merzig) auf ihrem BMW M3.

Auf einen Blick

1. Rainer Noller/Uwe Walz (Abstatt/Untergruppenbach) Mitsubishi Lancer Evo VIII 21:25,5 Minuten; 2. Gerorg Berlandy/ Peter Schaaf (Stromberg/Mayen) BMW M3 E30 + 2,7 Sekunden; 3. Markus Fahrner/Sebastian Glatzel (Winnenden/Affalterbach) Opel Kadett C Coupe + 43,8 Sek.; 4. Frank Reiter/ Marco Simon (Dillingen/Merzig) BMW M3 E30 + 48,4 Sek.; 5. SteveZimmer/Steve Lanners (Luxemburg) BMW M3 E30 + 54,6 Sek.; 6. Lars Mysliwietz/Anja Stein (Piesbach/Homburg) Citroen C2R2 max + 55,3 Sek.; 7. Immanuel Drews/ Kai Steller (Leonberg/Karlsruhe) BMW M3 E36 + 59,4 Sek.; 8. David Preis/Karsten Bresser (Siersburg/Rehlingen) Ford Sierra Cosworth 4x4 + 1:11,0 Minuten; 9. Jörg Broschart/Marcel Piro (Schiffweiler/Schiffweiler) Citroen C2R2 max + 1:15,7 Min.; 10. Marijan Griebel/Alexander Rath (Hahnweiler/Korlingen) Suzuki Swift + 1:37,9 Min. red

Ergebnis der ADAC Rallye "Rund um Losheim":

Rot gewinnt: Lars Mysliwietz fährt mit Lebensgefährtin Anja Stein seinem vierten Titelgewinn entgegen. Foto: Ruppenthal.
Rot gewinnt: Lars Mysliwietz fährt mit Lebensgefährtin Anja Stein seinem vierten Titelgewinn entgegen. Foto: Ruppenthal.

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Wenig später stand dann aber fest: Lars Mysliwietz hat es geschafft und ist erneut saarländischer Rallyemeister. Vor dem letzten Lauf noch auf Gesamtrang drei gelegen, sicherte er sich nach den vier Wertungsprüfungen (WP) mit rund 20 Sekunden Vorsprung auf Jörg Broschart den Divisionssieg. Routinier Mysliwietz hatte dabei seine ganze Erfahrung ausgespielt: Er fuhr Trockenreifen auf der Vorderachse und Regenreifen hinten, als Ersatzräder hatte er Regenreifen an Bord. "Die Strecke wurde durch den Regen enorm tückisch. Vor der letzten WP 'Waldhölzbach' haben wir die Trockenreifen getauscht", sagte Mysliwietz, der im Gesamtklassement auf Rang sechs fuhr. Der Piesbacher profitierte gleichzeitig vom Missgeschick seines Hauptwidersachers Steve Zimmer: Der Luxemburger hatte seinen BMW M3 in seiner Division nur auf Platz drei gesteuert (Gesamtklassement Platz fünf) und war sich kurz nach seiner Zielankunft bereits sicher: "Nein, das reicht nicht. Ich bin heute überhaupt nicht zufrieden. Wir haben falsche Reifen aufgezogen, sind mit Regenreifen gefahren. Das hat natürlich Zeit gekostet. Auch insgesamt sind wir heute nicht so in den Rhythmus gekommen", sagte Zimmer, dem am Ende nur die Vizemeisterschaft blieb. Für den bis dato Führenden der Gesamtwertung, Uwe Gropp, bewahrheitete sich seine Prognose, mit einem unterlegenen Auto keine Chance zu haben. Der Wiebelskircher musste wegen eines im Vorfeld erlittenen Totalschadens sein Fahrzeug wechseln und wurde mit über 1:10 Minuten Rückstand auf Mysliwietz nur Divisions-Dritter.

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