1. Saarland

Mit dem Musicalprojekt gewachsen

Mit dem Musicalprojekt gewachsen

Gestern Abend hat das Neunkircher Musicalprojekt mit einer Premiere die Wiederaufnahme des „Jedermann“ in der Gebläsehalle Premiere gefeiert. Ida Jacobi gehört schon seit zehn Jahren zur Truppe.

Ida Jacobi wird für eine ihrer Rollen geschminkt. Foto: Willi Hiegel. Foto: Willi Hiegel

Gerade mal zehn Jahre alt war sie, als sie zum ersten Mal bei einer großen Aufführung auf der Bühne stand. In einer Gruppe von Kindern tauchte sie bei "The Casting", dem ersten Musical des Musicalprojektes Neunkirchen, mehrmals im Geschehen auf. Heute ist Ida Jacobi aus Wellesweiler 20 und agiert im aktuellen Stück des Musicalprojektes, dem "Jedermann", einmal als Tänzerin und einmal in der Rolle der "Todsünde Wollust". Mit Peitsche und spitzen Plastikbrüsten stolziert das einst noch etwas schüchterne Mädchen über die Bühne: "Das Kostüm ist super witzig und für mich ist es interessant, keine wirkliche Person, sondern eine abstrakte Figur zu spielen", sagt Jacobi. "Das ist meine bisher liebste Rolle." Denn Rollen hat sie bereits viele ausprobiert. "Schauspielerei hat mich schon immer interessiert", erinnert sie sich. Das habe schon beim Mini-Theater im Kindergarten angefangen. Doch die schauspielerische Erfahrung war nicht das einzige, was der Wellesweilerin half, als sie damals mit Papa beim Casting für das Musicalprojekt auftauchte: "Ich war in einer Tanzgarde und habe etwas vorgetanzt. Außerdem war ich im Chor, also dachte ich mir ‚Komm, singscht ach noch ähna.`" Prompt war sie dabei. Nicht lange dauerte es, bis Jacobi auch bei dem Neunkircher Theaterverein Die Kulisse und über diesen bei verschiedenen weiteren Projekten dabei war. 2012 lernte man sie auch in Saarbrücken kennen: Im Theater im Viertel war sie in Holger Schobers Zweipersonenstück "Clyde und Bonnie" zu sehen.

Ein großer Traum der jungen Frau ist es, einmal in einem Film mitzuspielen. "Und wenn ich nur im Hintergrund in einem Café sitze. Es würde mich einfach interessieren, wie so ein Dreh abläuft."

Das Hobby kann in intensiven Probephasen vor der Premiere eines Stückes ganz schön zeitaufwändig und anstrengend werden. Doch Jacobis Freunde und Familie haben dann Verständnis, sind stolz und freuen sich darauf, im Publikum zu sitzen. Der Bruder, der selbst bei der Kulisse aktiv ist, kennt den Stress sowieso aus eigener Erfahrung. Zwischen den Probe- und Aufführungsphasen bleibt Jacobi dann glücklicherweise genügend Freizeit, zum Beispiel für eine andere große Leidenschaft: ihren Hund und die zwei Katzen.

Trotz allem Erfolg zielt Ida Jacobi nicht direkt auf eine Schauspielkarriere ab: "Ich habe mich gerade an verschiedenen Unis für ein Lehramts-Studium beworben. Beim Jobben in einer Schul-Nachmittagsbetreuung habe ich gemerkt, wie viel Spaß mir die Arbeit mit Kindern macht." Die Schauspielerei will sie aber auf jeden Fall weiterführen und auch die Aktivität beim Musicalprojekt: "Wir sind wie eine große Familie. Es ist immer wieder schön, die Gruppe zu sehen." Und vielleicht wird aus dem Hobby eines Tages doch mehr: "Wenn ein Angebot käme und es ginge beruflich in diese Richtung, wäre das natürlich auch sehr schön."