Saar-Gewerkschaft ist aus dem Häuschen Mit dem Deutschland-Ticket nach Paris reisen - „très bien und super“

Saarbrücken · An der Grenze ist mit dem Deutschlandticket meist Schluss. Unter einer Bedingung können Fahrgäste mit dem Regionalzug nun aber sogar zu den Olympischen Spielen nach Paris oder nach Straßburg und Reims fahren. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft des Saarlands ist begeistert – hat aber auch Forderungen.

Paris ist immer eine Reise wert.

Paris ist immer eine Reise wert.

Foto: eyetronic - stock.adobe.com/Jan Christopher Becke;GMLR

Straßburg, Colmar, Reims, Metz und natürlich auch Paris sind tolle Reiseziele: Normalerweise kommt man an der Grenze aber mit dem Deutschlandticket nicht weiter. Junge Menschen aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg können nun jedoch im Sommer mit ihrem Deutschland-Ticket auch in ostfranzösische Regionalzüge einsteigen. Fahrgästen unter 28 Jahren aus Ostfrankreich wird umgekehrt ermöglicht, mit ihrem sogenannten Pass Jeune über die Grenze nach Deutschland zu fahren.

Mit dem Deutschland-Ticket kann man im Sommer nach Paris reisen - unter einer Bedingung

Von Juli bis August können Fahrgäste unter 28 Jahre aus den drei Bundesländern im Südwesten Deutschlands mit ihrem Deutschland-Ticket auch ostfranzösische Regionalzüge nutzen. Außerdem wird diese Regelung auch auf der Regionalstrecke zum Bahnhof Paris-Est gelten, obwohl Paris nicht zur Region Grand Est gehört. Somit können junge Menschen sogar zu den Olympischen Spielen fahren.

„Très bien und super“, lobt Ralf Damde, Vorsitzender der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft des Saarlands, das neue Angebot. „Das ist gelebtes Europa. Das ist interkultureller Austausch. Das fördert die Deutsch-Französische Freundschaft.“ Zusammen reisen fördere das Zusammenführen der Jugend.

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Was man beachten muss, wenn man mit dem D-Ticket nach Frankreich will

  • Von Juli bis August können Fahrgäste unter 28 Jahre aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg mit ihrem Deutschland-Ticket ostfranzösische Regionalzüge nutzen
  • Reisepass oder Personalausweis müssen vorgezeigt werden, denn der Wohnort der Reisenden muss in den genannten Bundesländern liegen
  • Die Tickets sind gültig in Regionalzügen, nicht in den Zügen des Fernverkehrs (beispielsweise TGV, ICE, IC)
  • Auf bestimmten französischen Strecken gibt es eine Reservierungspflicht. Diese Reservierung ist den Angaben der Region Grand Est zufolge über die App „SNCF Connect“ kostenfrei
  • Diese Regelung gilt auch auf der Regionalstrecke zum Bahnhof Paris-Est, obwohl Paris nicht zur Region Grand Est gehört

„Wir brauchen viel mehr solcher Angebote. Unsere Jugend muss interkulturell viel mehr unterstützt werden“, so Damde.

Nachweislich würden immer weniger junge Deutsche und junge Franzosen die Sprache ihrer Nachbarn sprechen.

„Ein großartiger Beitrag für die Verkehrswende“

„Begegnungen, Kennenlernen und Erkunden der europäischen Nachbarschaft ist das A & O des europäischen Dialogs“, erläutert der Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft des Saarlands. „Ich danke allen Beteiligten für die Initiative und hoffe, dass unsere Jugend das Angebot fleißig nutzt und dadurch Fortführung und Ausweitung folgen.“ Genau solche Angebote brauche es überall und fortwährend – denn damit wachse die Akzeptanz für die klimafreundliche und starke Schiene. Es sei ein „großartiger Beitrag für die Verkehrswende“.

Das Deutschlandticket für 49 Euro im Monat gilt seit dem 1. Mai vergangenen Jahres. Es berechtigt bisher bundesweit zur Fahrt in allen Bussen und Bahnen des Nah- und Regionalverkehrs. Auf mehreren Strecken gilt die Fahrkarte bereits bei Fahrten ins Ausland, etwa für die elsässischen Orte Wissembourg und Lauterbourg oder auch Sarreguemines nahe der deutschen Grenze.