Mit dem Cremeschnittchen ins St. Wendeler Knutsch-Kino

Mit dem Cremeschnittchen ins St. Wendeler Knutsch-Kino

St. Wendel/Güdesweiler. "Es ist Mitternacht, Dr. Schweitzer" - dieser Film von 1952 hat sich Edith Steffen aus Güdesweiler ins Gedächtnis gebrannt. Zusammen mit ihrer Schulklasse ist sie damals ins Kino nach Oberthal gegangen. Der Kinosaal war in einem zurückgesetzten Gebäude in der Hauptstraße untergebracht. Das Haus gibt es heute noch, doch das Kino ist inzwischen verschwunden

St. Wendel/Güdesweiler. "Es ist Mitternacht, Dr. Schweitzer" - dieser Film von 1952 hat sich Edith Steffen aus Güdesweiler ins Gedächtnis gebrannt. Zusammen mit ihrer Schulklasse ist sie damals ins Kino nach Oberthal gegangen. Der Kinosaal war in einem zurückgesetzten Gebäude in der Hauptstraße untergebracht. Das Haus gibt es heute noch, doch das Kino ist inzwischen verschwunden. "Der Inhaber damals hieß Hepp", erinnert sich Edith Steffen. Waren Schulklassen zu Gast, ging es schon mal lauter zu. Besonders die Jungs hätten manchmal rumgealbert. "Dann hat Hepp uns immer gedroht: ,Wenn ihr nicht ruhig seid, spiele ich den Film ohne Ton'", erzählt die heute 69-Jährige.Im Teenageralter, mit 16/17 Jahren, zog es Edith Steffen dann ins Neue Theater nach St. Wendel. Damals, Anfang der 60er Jahre, wurden die Filme bei den Kinobesuchen eher zur Nebensache. "Man war frisch verliebt und das Kino war Mittel zum Zweck. Da durfte man knutschen", erzählt Edith Steffen und lacht. Ihr damaliger Freund wurde bald darauf ihr Ehemann. Dieser besaß damals ein Cremeschnittchen (Renault 4 CV), das die Eltern ihm gekauft hatten. "Nach dem Kino ist das Auto meistens nicht angesprungen", erinnert sich Steffen. Dann habe man gewartet, bis alle Besucher außer Sichtweite waren und das Auto schließlich mit der Kurbel gestartet.

Die beiden Verliebten haben jung geheiratet und es kam auch bald der erste Nachwuchs. "Damals mussten wir sparen", erzählt Edith Steffen und so musste das Cremeschnittchen weichen. Trotzdem ließ sich das junge Paar den ein oder anderen Kinobesuch nicht nehmen. Dann fuhren sie mit dem Auto eines Freundes in die Stadt und der genoss derweil die Zweisamkeit mit seiner Freundin im Haus das Paares.

Wir freuen uns über weitere Geschichten. Senden Sie Ihre Zeugnisse der Kinovergangenheit im Kreis St. Wendel in Text und Bild per E-Mail an redwnd@sz-sb.de oder per Post an Saarbrücker Zeitung, Mia-Münster-Straße 8, in 66606 St. Wendel. Oder rufen Sie uns an: Tel. (0 68 51) 9 39 69 50.

Mehr von Saarbrücker Zeitung