Mit Brot und Apfel in die Natur

Mit Brot und Apfel in die Natur

Homburg/Großbundenbach. Der Pfarrer von Großbundenbach, Bernhard Bonkhoff, stellt eine Auswahl an Blumenaquarellen des Homburger Künstlers Heinrich Lau (Foto: Reinert/SZ) aus, die in seinem Besitz sind

Homburg/Großbundenbach. Der Pfarrer von Großbundenbach, Bernhard Bonkhoff, stellt eine Auswahl an Blumenaquarellen des Homburger Künstlers Heinrich Lau (Foto: Reinert/SZ) aus, die in seinem Besitz sind. Als Leitmotiv zitiert Bonkhoff zu dieser Ausstellung den Theologen und Schriftsteller Gerhard Tersteegen: "Wie die Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so, still und froh, deine Strahlen fassen und dich wirken lassen."Heinrich Lau war nicht nur ein gläubiger Katholik, er war auch ein genügsamer Mensch: "Er fuhr nur mit einem Apfel und einem Brot auf dem Fahrrad in die Natur, stundenlang", erinnert sich Bonkhoff. Lau liebte die Natur und war am liebsten im Homburger Wald unterwegs. So konnte man den mit Malutensilien ausgestatteten Künstler am Karlsbergweiher, am Kloster Wörschweiler, am alten Turm in Beeden oder an der Gustavsburg in Jägersburg antreffen. "Und wollte er mal weiter weg um zu malen, dann fuhr ich ihn mit dem Auto dorthin", sagt Bonkhoff, der von Kindesbeinen an viel Zeit mit Heinrich Lau verbrachte: "Wir sahen uns fast jeden Monat".

Ein Porträt von Bonkhoff in jungen Jahren, zusammen mit seinem Bruder im Elternhaus des evangelischen Pfarrers beweist dies. Solche Auftragsarbeiten fielen dem Maler jedoch nicht leicht: "Die Freiheit und den Schwung sieht man mehr in seinen Naturansichten" erklärt Bonkhoff.

Lau malte auf den verschiedensten Untergründen, vor allem aber auf Büttenpapier, Leinwand und Karton. Bonkhoff hat sogar Laus Skizzen gerahmt: "Ein paar Bilder hat er uns geschenkt, viele hat meine Familie aber auch gekauft. Wir wollten die Kunst ja auch würdigen." Lau geht mit seinen sehr genau gemalten Bildern weit über reproduzierende Figürlichkeit hinaus. Die Bilder haben eine Transparenz und sind trotz ihrer realistischen Malweise geheimnisvoll. "Man muss oftmals einen Schritt von den Bildern weggehen. Dann leben sie noch etwas mehr", rät Bonkhof.

Lau war einer der ersten Studenten an der Saarbrücker Kunstakademie und wechselte dann an die Kunstakademie in Mannheim. Er lebte von seiner bildenden Kunst und von seinen grafischen Arbeiten. Viele Homburger Haushalte haben noch Kunstwerke von ihm, denn er machte realistische Preise, damals noch etwa 30 und 130 Mark. Arbeiten von ihm kann man auch in der Stadt Homburg entdecken: Das Relief am Marktbrunnen,die Darstellung des Schlosses Karlsberg in der Homburger Bahnhofshalle und das große Stadtpanorama im Homburger Wasserwerk. Ein von ihm oft gewähltes Motiv war auch die evangelische Martinskirche in Großbundenbach, in der ab Sonntag die Ausstellung stattfinden wird.

Neben seinem Künstlerberuf war Heinrich Lau auch Grafiker. So entwarf er beispielsweise Stadturkunden für Homburg, aber auch der weltweit bekannte orange-rote Jägermeister-Schriftzug stammt aus seiner Feder. Die Blumenaquarelle sind ab dem 11. September bis zum 2. Oktober in der Kirche Großbundenbach zu bewundern.

Die Eröffnung der Ausstellung ist am Sonntag, 11. September, im Rahmen des Gottesdienstes um 9.30 Uhr. Die Ausstellung ist täglich geöffnet. Anmeldung im Pfarramt, Tel. (0 63 37) 3 14.

Zur Person

Heinrich Lau wurde 1899 in Homburg geboren und starb fast 100-jährigig im Jahr 1998 in seiner Heimatstadt. Sein Vater Louis Lau war Inhaber der Mörsbacher Ziegelhütte. Heinrich Lau nahm das Studium der Kunst an den Akademien in Saarbrücken und Mannheim auf, war Künstler und Grafiker. Er gilt als Homburger Stadtmaler und hat als Schilder- und Freskenmaler, als Grafiker und Künstler viele Spuren hinterlassen. Lau erhielt für seine besonderen Verdienste 1984 die Bürgermedaille der Stadt Homburg. red

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