1. Saarland

Mit 70 noch aktiver Fußballer

Mit 70 noch aktiver Fußballer

Fußball ist für ihn die beste Therapie. Hans Krumbach spielt auch mit 70 Jahren noch beim TuS Wörschweiler Fußball. Wohlgemerkt: bei den Aktiven in der Kreisliga, nicht in der AH. So überstand er auch im vergangenen April einen Schlaganfall gut. Ans Aufhören denkt er nicht.

Hans Krumbach registriert es nur mit einem müden Lächeln, wenn immer wieder Fußballer mit Anfang 30 ihre Aktivenlaufbahn beenden und zu den Alten Herren wechseln. Krumbach feierte am 18. Dezember seinen 70. Geburtstag. Und er spielt immer noch für die erste Mannschaft des TuS Wörschweiler aus der Kreisliga A Bliestal.

Junge räumen gerne den Platz

"Ich war schon immer ein Zerstörer, habe im Mittelfeld aber stets mit fairen Mitteln meine Gegner ausgeschaltet", sagt Krumbach, der genauso ein Kämpfer wie der TuS Wörschweiler selbst ist. So lassen sich die Akteure von der Roten Laterne, die sie Jahr für Jahr haben, nicht unterkriegen und halten den Spielbetrieb trotz wenig Personal am Leben.

Im Training und den Spielen trifft Krumbach oft auf Jungspunde von 17 oder 18 Jahren. "Das hält jung. Ich werde sowohl im eigenen Verein als auch von den Gegenspielern voll akzeptiert. Meist werde ich so 20 Minuten vor dem Abpfiff eingewechselt - und die Jungen räumen gerne ihren Platz für mich. Da ist noch nie ein böses Wort gefallen. Deswegen fühle ich mich auch in Wörschweiler sehr wohl", betont er.

Hans Krumbach hat in Homburg den Bosch Service Krumbach aufgebaut, aber bereits früh an seinem Sohn Frank übergeben. Er arbeitet dort aber wie seine Frau und seine Tochter noch mit.

Der 70-Jährige lässt sich auch nicht von Rückschlägen aufhalten. So zog er sich vor vier Jahren einen Kreuzbandriss im Knie zu - und kickte weiter. "Der Arzt sagte damals: Spielen Sie einfach weiter, dann baut auch die Muskulatur nicht ab". Am 18. April des vergangenen Jahres erwischte es Krumbach dann sogar mit einem Schlaganfall. Und erneut erhielt er von seinem Arzt den Ratschlag, weiter Fußball zu spielen. Das sei die beste Therapie und ersetze auch gleichzeitig eine medizinische Rehabilitation in einer Klinik. "So habe ich es auch gemacht und den Schlaganfall schnell überwunden. Man sieht also, dass Fußballspielen bis ins hohe Alter hinein fit hält", sagt Krumbach.

Als Kind kickte der Homburger zuerst auf Bolzplätzen, ehe er sich mit zwölf Jahren mit dem FC Homburg erstmals einem Verein anschloss. Zu Beginn seiner A-Jugendzeit stoppte ihn ein Schienbeinbruch. Damals begann auch seine Lehre, zudem holte er nebenher seine mittlere Reife nach. "So hatte ich keine Zeit mehr, um Fußball zu spielen", erinnert sich Krumbach, der erst wieder zu seiner Bundeswehr-Zeit in Cochem bei einem dortigen Verein gegen den Ball trat. Es folgte ein Umzug nach Karlsruhe-Bulach, wo Krumbach ebenfalls aktiv war.

35 Jahre bei der SG Erbach

Nach seiner Rückkehr aus Karlsruhe ins Saarland hielt er 35 Jahre lang der SG Erbach die Treue. "Erst mit 64 Jahren wechselte ich dann zum TuS Lappentascherhof, weil man mich in Erbach nicht mehr bei den Aktiven mittrainieren lassen wollte. Und ein paar Jahre später zog ich dann zum TuS Wörschweiler weiter, wo mein Sohn Frank Vorsitzender ist", berichtet der Jubilar. Und wenn es nach Krumbach geht, wird er noch einige Jahre aktiv spielen. "So lange es die Gesundheit zulässt, gehe ich weiterhin zwei Mal pro Woche ins Training und ich spiele sonntags mit", sagt Krumbach.