1. Saarland

Missionshaus zeigt Krippen aus aller Welt

Missionshaus zeigt Krippen aus aller Welt

St. Wendel. Das Ereignis der Geburt des Sohnes Gottes sind der Kern und die Mitte jeglicher Krippendarstellung. Allerdings können sie nur durch die biblischen Texte über die Menschwerdung Jesu Christi verstanden werden. Die Darstellungen sind durch viele Legenden, Traditionen und Bräuche der Völker und Religionen geprägt

St. Wendel. Das Ereignis der Geburt des Sohnes Gottes sind der Kern und die Mitte jeglicher Krippendarstellung. Allerdings können sie nur durch die biblischen Texte über die Menschwerdung Jesu Christi verstanden werden. Die Darstellungen sind durch viele Legenden, Traditionen und Bräuche der Völker und Religionen geprägt. Fantasie, Kreativität und regionale Einflüsse sind in Bilder umgesetzt, die oft viele Details aufweisen. Diese Bildsprache wird zu einer Form der Verkündigung, sozusagen zu einer Bildpredigt. Über 450-mal sind solche Bildpredigten in der Krippenausstellung zu sehen, die ab Sonntag, 13. November, im Pilgersaal des Missionshauses jeden Tag sechs Stunden geöffnet ist. Darin bietet der Maler und Grafiker Karl Heindl einen umfassenden Einblick in die unterschiedlichen Möglichkeiten des Krippenbaues. Alle seine Krippen sind Unikate. Viele von ihnen hat er selbst gefertigt, andere restauriert und ergänzt.In diesem Jahr ist die Ausstellungsfläche größer als bisher. Karl Heindl hat ein weiteres Stück des Pilgersaales hinzugenommen. "Einige Exponate brauchen einfach mehr Platz, um sie wirkungsvoll zu präsentieren", sagte er im Gespräch mit der SZ. Auf der neuen Fläche zeigt der Künstler in mehreren Kästen den Zyklus rund um die Geburt Christi: die Verkündigung an Maria durch den Engel, die Suche nach einer Herberge, die Geburt in der Heiligen Nacht, die Ankunft der Hirten und der Heiligen Drei Könige, die Flucht nach Ägypten und die Zimmermannswerkstatt in Nazareth in späteren Jahren.

Ein Blickfang ist auch dieses Jahr wieder die fünf Meter lange Panoramakrippe mit ihrem nahtlosen Übergang von der aufgebauten Krippenlandschaft zu dem gemalten Hintergrund. Neu in der Ausstellung ist die Krippe aus Ghana. Die sieben Tonfiguren sind das Geschenk eines Missionars. Karl Heindl hat eine mit Stroh gedeckte landestypische Hütte dazugebaut, daneben ein Tiergehege. Zwei Hirten spielen dem Jesuskind auf ihren Xylofonen. Ebenfalls von einem Missionar stammt die Krippe aus Japan. In einem offenen Stall mit einer Hinterwand aus kleinen Steinen stehen die hübschen Porzellanfiguren. Ein Bauer mit einem breitkrempigen Hut meditiert vor dem neugeborenen Kind. Die Krippe aus Israel ist ein Geschenk von Regina Welsch aus Saarlouis. Auch Erika Bäumer aus Saarbrücken hat eine solche der St. Wendeler Ausstellung überlassen. Alles ist aus bunter Wolle gehäkelt.

"Die Figuren schauen den Betrachter freundlich an, man sieht, mit wie viel Liebe sie gemacht sind", kommentierte Karl Heindl. "Die Besucher der Ausstellung können sich hier inspirieren lassen und sich viele Anregungen zum eigenen Krippenbau mit den verschiedensten Materialien holen." Heindl stammt aus dem Fichtelgebirge und beschäftigt sich seit seiner Jugend mit dem Krippenbau. Seit zehn Jahren hat Karl Heindl in Ernst Wilhelm Kiefer einen treuen Helfer. Manchmal übernimmt er den Kassendienst und die Führung von Gruppen. Seine Kamera hat bisher unzählige Bilder von den Krippen gemacht.

Auf einen Blick

Die Krippenausstellung ist bis einschließlich 2. Februar jeden Tag von zehn bis zwölf und von 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Eintrittspreise: 2,50 Euro für Erwachsene, 1,50 Euro für Studenten, Schüler und Kinder ab vier Jahren. Mit dem Geld wird das Steyler Missionswerk unterstützt.

Die Außenkrippe, die zwischen Februar und November den heiligen Franz von Assisi zeigt, wird bis 2. Februar von der Heiligen Familie eingenommen, die in einem Höhlenstall untergebracht ist. Die Stadt Bethlehem im Hintergrund ist renoviert worden. Die Szene ist bis 18 Uhr beleuchtet.

 Schweizer Krippe mit Figuren aus Sackleinen.
Schweizer Krippe mit Figuren aus Sackleinen.
 Krippe von Karl Heindl mit Porzellan-Figuren aus Japan.
Krippe von Karl Heindl mit Porzellan-Figuren aus Japan.
 Krippe von Karl Heindl mit Tonfiguren aus Ghana.
Krippe von Karl Heindl mit Tonfiguren aus Ghana.

Im Malerfachgeschäft Bick in der Brühlstraße 13 in St. Wendel ist während der Advents- und Weihnachtszeit eine bayerische Krippe zu sehen, die Karl Heindl leihweise zur Verfügung gestellt hat. gtr