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Ministerin pflanzt mit bei Obstbaumallee

Ministerin pflanzt mit bei Obstbaumallee

Beim Streuobsttag auf dem Birkenhof in Naßweiler drehte sich am Freitagnachmittag alles um natürliche Erzeugnisse. Die Besitzer des Hofes, Marion Kledtke und Stefan Haupt, erhielten von Umweltministerin Anke Rehlinger (SPD) auch einen Zuwendungsbescheid über knapp 148 000 Euro.

Reger Andrang herrschte am Freitagnachmittag in Naßweiler. Schließlich galt es, schmackhafte Eigenerzeugnisse auf dem Birkenhof zu erstehen. Anlass war der Streuobsttag, zu dem das saarländische Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in den Großrosseler Ortsteil eingeladen hatte. So konnten sich die zahlreichen Besucher etwa mit Fünf-Liter-Kanistern frischem Apfelsaft und mit Marmelade vom Obst- und Gartenbauverein Karlsbrunn eindecken. Viez, Apfelsecco und Apfelessig gab es vom Verein Bliesgau-Obst. Kaffee und Kuchen hatten die Landfrauen beigesteuert. Lecker ging es auch am Stand von Hobbyimker Benjamin Quinten zu. Der Großrosseler bot neben Honig unter anderem selbst hergestellte Kerzen, Teelichter oder Lutscher an. Fein auch der selbst gefertigte Schnaps "Bärenfang". "Durch die Süße des Honigs merkt man den Alkoholgehalt erst mal gar nicht", sagte der Imker verschmitzt.

Im Hofladen konnte man sich an frischen Produkten vom Birkenhof erfreuen, unter anderem Milch, Wurst und Fleisch von der Ziege. Auch auf dem Hof selbst hergestellter Ziegenkäse mit verschiedenen Kräuterzugaben oder Käserollen mit Petersilie werden angeboten. "Es ist ein schönes Erlebnis, wenn man beim Melken zuschauen kann", sagte Besucher Rolf Gryszek. Der ehemalige Journalist war bereits öfter auf dem Birkenhof und ist Hobby-Schnitzer. In dieser Eigenschaft schnitzt er bald Holz-Ziegen, die dann eventuell ebenfalls in den Verkauf kommen.

Die Hofbesitzer Stefan Haupt und Marion Kledtke, die den vorher einer Ruine gleichenden Hof im Sommer 2012 gekauft und auf Vordermann gebracht hatten, freuten sich jedoch nicht nur über die vielen Besucher. Denn pünktlich zum Streuobsttag überreichte ihnen Umweltministerin Anke Rehlinger (SPD) einen Zuwendungsbescheid über knapp 148 000 Euro als Beitrag zur Modernisierung des Hofes.

Gleichzeitig packten die Umweltministerin, Regionalverbandsdirektor Peter Gillo und Großrosselns Bürgermeister Jörg Dreistadt (beide SPD) mit an: Unweit des Birkenhofs, entlang des "Wald-Unter-Tage"-Wanderweges, halfen sie bei der Pflanzung einer Obstbaumallee. "Die Verbindung von Tourismus, Naturschutz, Obst- und Gartenbau, Landwirtschaft und Regionalvermarktung ist für den Bestand der Streuobstwiesen zukunftsweisend", sagte Anke Rehlinger. Gepflanzt wurden Zwetschgen-, Kirsch-, Apfel-, Birnen- und Mirabellenbäume.

Produkte des Naßweiler Birkenhofs werden direkt verkauft: jeweils donnerstags von 16 Uhr bis 18.30 Uhr, freitags von 16 Uhr bis 18.30 Uhr und samstags von 10 Uhr bis 16 Uhr. Kontakt: Birkenhof, St. Nikolauser Straße 75, Naßweiler, Tel. (0 68 09) 9 97 92 20, Mail: birkenhof-warndt@arcor.de.

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HintergrundStreuobstwiesen sind ökologisch wertvolle Biotope, mit großer Vielfalt an Insekten-, Vogel- und und Kleinsäuger-Arten. Und sie helfen, die Vielfalt der Obstsorten zu erhalten. Eine Studie hat 2006 gezeigt, dass auf saarländischen Streuobstwiesen über 450 Apfel- und Birnensorten wachsen. Jedoch wird so manche Obstwiese nicht mehr gepflegt, Sorten drohen zu verschwinden. Um dem entgegenzuwirken, fördert das saarländische Umweltministerium Erhalt und Pflege von Streuobstwiesen mit jährlich 320 000 Euro aus Töpfen des Landes und der Europäischen Union. Zudem können Obst- und Gartenbauvereine Förderung beantragen für den Erhalt ihrer Kelteranlagen. red