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Bachmann will bessere Pflege: Ministerin Bachmann steht unter Erfolgsdruck

Bachmann will bessere Pflege : Ministerin Bachmann steht unter Erfolgsdruck

Ihre größten Baustellen sind der neue Krankenhausplan und die Gesundheitsversorgung in Wadern nach der Klinikschließung.

Ereignisreiche Wochen und Monate stehen Saar-Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU) bevor. Wie die Hülzweilerin gestern vor Journalisten in der Saarbrücker Staatskanzlei aufzählte, geht es um brenzlige Themen wie den Abschluss des Pflegepakts, das Gutachten zum neuen saarländischen Krankenhausplan von 2018 bis 2025 und die Verabschiedung des neuen saarländischen Krankenhausgesetzes. Doch am heftigsten brennt es in Wadern, nachdem die Marienhaus GmbH Anfang Juni die Schließung der St.-Elisabeth-Klinik zum Jahresende angekündigt hatte.

„Das Krankenhaus Wadern wird nicht erhalten. Das können wir abhaken und bedauern. Punkt“, sagte Bachmann. Es gehe jetzt darum, die künftige Akutversorgung der Bürger im Raum Wadern sicherzustellen. Dazu hat Bachmann eine Task Force eingerichtet, die unter Leitung ihres Staatssekretärs Stephan Kolling (CDU) steht. Kolling war gestern urlaubsbedingt nicht dabei, um darüber Auskunft zu geben, welche Ergebnisse seine Arbeitsgruppe, der Vertreter des bisherigen Krankenhausträgers, des Hausärzteverbands, des Rettungszweckverbands Saar, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Ärztekammer, der Krankenkassen und des Innenministeriums angehören, erzielt hat. Am Dienstagabend hatte sich in Wadern eine Bürgerinitiative gegründet, die das Ziel hat, das Krankenhaus zu retten. „Wir stehen bereit für die Errichtung eines neuen medizinischen Zentrums in Wadern“, betonte Bachmann. Allerdings sei dafür bisher kein Träger in Sicht. Sie habe alle dafür in Frage kommenden Träger angeschrieben, aber leider keine positiven Antworten erhalten. Bachmann zeigte sich enttäuscht über die Geschäftspolitik der katholischen Marienhaus GmbH, die „immer wieder Hoffnungen gemacht“ habe auf den Weiterbetrieb des Waderner Klinikums. „Das ist alles andere als erfreulich. Zumal es auch keine Antworten des Trägers zur Zukunft der anderen von ihm betriebenen Kliniken im Saarland gibt“, sagte Bachmann. Zur Zukunft der stationären Versorgung in Wadern und Losheim habe sie ein Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnis bis Mitte September vorliegen werde.

Bis Ende September solle ein weiteres Gutachten zum Krankenhausplan (2018 bis 2025) vorliegen. „Wir wollen Personalmindestbesetzungen mit Pflegekräften und Ärzten für die Stationen festlegen“, erklärte Bachmann. Da sei das Saarland Vorreiter im Bundesgebiet. Wenn sich die Träger nicht an die Personalvorgaben hielten, seien auch Stationsschließungen möglich. Laut verschiedener Studien gebe es aber im Saarland zu viele und zu kleine, weniger leistungsfähige Krankenhäuser. „Wir unterstützen die Klinikträger darin, ihre bisherigen Strategien zu hinterfragen“, formulierte Bachmann. Ziel müsse sein, eine qualitativ hochwertige Versorgung im ganzen Land zu sichern. Der Krankenhausplan werde Regelungen zur Ausweisung von Zentren für bestimmte medizinische Leistungen enthalten. „Die Kooperation des Klinikums Saarbrücken mit der Caritasklinik bei der Frauenheilkunde ist ein gutes Beispiel“, betonte die Ministerin.

Unklar ist, ob die Krankenkassen 1000 zusätzliche Stellen im Pflegebereich finanzieren. Bachmann will dies bis 2020 erreichen. Um mehr Interessenten den Pflegeberuf schmackhaft zu machen, laufen Kampagnen des Ministeriums.