Mini-Kirmes kommt nicht gut an

Mini-Kirmes kommt nicht gut an

Völklingen. Die neue, von Marktmeister Sven Krier als kompakt beschriebene Herbstkirmes, kommt beim Publikum und den Schaustellern nicht gut an. Der Rummel der sich sonst über Hindenburg-, Rathaus und Marktplatz erstreckte, hat sich dieses Mal bloß auf den Hindenburgplatz konzentriert

Völklingen. Die neue, von Marktmeister Sven Krier als kompakt beschriebene Herbstkirmes, kommt beim Publikum und den Schaustellern nicht gut an. Der Rummel der sich sonst über Hindenburg-, Rathaus und Marktplatz erstreckte, hat sich dieses Mal bloß auf den Hindenburgplatz konzentriert. "Die Besucher bezeichnen die Kirmes als Dorfkirmes", informiert Thomas Sonnier, der Vorsitzende das Saarverbandes der Schausteller. Für ihn und die meisten Kollegen ende die Völklinger Herbstkirmes mit einem Desaster. Er meint: "So hat die Völklinger Herbstkirmes keine Zukunft."

Kaum Kirmeslicht

Georg Schulz, der seit 25 Jahren mit seinen Miniskootern auf den Vöklinger Volksfesten zu finden ist gleicher Meinung: "Dies ist einer Mittelstadt nicht würdig." Er hat beobachtet: "Viele Leute kamen vom Marktplatz aus und sind beim Discounter fast umgekehrt, weil sie kaum Kirmeslicht gesehen haben." Schultz: "Viele Stammbesucher haben auch vergeblich ihre Lieblingsbuden gesucht - und nicht gefunden."

Wenigstens den Rathausplatz wollen die saarländischen Schausteller im kommenden Jahr zurück haben. "Auch wenn die Kirmes dann ein bisschen zerfleddert wirkt, ich meine, das kommt beim Publikum besser an", sagt Sonnier. Sollte die Stadt auf Parkplätze während der Herbstkirmes angewiesen sein, soll lieber der obere Teil des Hindenburgplatzes für diesen Zweck abgesperrt werden, schlägt er vor. "Es gibt nicht viel zu sehen, ein Rundgang dauert maximal zehn Minuten, danach hat man alles gesehen", sagt Martin Müller enttäuscht. So wie er, hat Sonnier beobachtet, hätten sich viele geäußert. Die Folge: "Die Leute haben sich nicht so lange auf dem Platz aufgehalten und deshalb auch weniger Geld ausgegeben."

Über zahlreiche Gäste freuten sich dagegen die Anbieter beim Jahrmarkt in Post- und Rathausstraße. Vielen machte das Bummeln an einem fast sommerlich warmen Herbsttag noch einmal so richtig Spaß. "Einen solchen Warenmix bietet nur ein Jahrmarkt: Gewürzmischungen neben Lederwaren, gegenüber scharfe Produkte aus Solingen und Klamottenständer wohin man sieht", schwärmt Silke Keller. Sie hat sich eine schwarze Ledertasche ausgesucht. "Meine Leidenschaft, Taschen kann ich nie genug haben", beichtet sie. Neben vielen fast stillen Händlern sind auch richtige Marktschreier zu Gast. Den Wurst-Willi will auch Silke Meier noch besuchen: "Eine Wucht, wenn er nach seinem Motto kiloweise Spitzenpreise die Tüten füllt."

Guter Besuch bedeute aber noch lange keinen guten Umsatz, klagte ein Standbetreiber, der namentlich nicht genannt werden möchte, zwei Stunden vor Marktende: "Ich habe heute 50 Euro verdient - das ist viel zu wenig für einen Tag Arbeit."