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Studie
Miese Noten für Verkehrssicherheit im Saarland

(Symbolbild).
(Symbolbild). FOTO: dpa / Sebastian Gollnow
Saarbrücken/Berlin. Die Straßen im Saarland zählen laut einer Studie zu den gefährlichsten in ganz Deutschland. Auch beim Lärmschutz gibt es Probleme. Von Pascal Becher
Pascal Becher

Das Saarland schneidet in einem Ländervergleich bei der Verkehrssicherheit besonders schlecht ab. Lediglich Schleswig-Holstein erhielt in einer am Mittwoch vorgestellten Analyse noch miesere Noten. „Die Zahl der Verkehrstoten im Saarland nimmt zu, die der Schwerverletzten bleibt hoch“, sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der „Allianz pro Schiene“, der SZ. Der Verband erstellt den „Bundesländer­index Mobilität und Umwelt“ gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland sowie dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat.


Die Situation im Saarland findet Flege „dramatisch“. 2012 seien 37 Menschen auf den Straßen ums Leben gekommen, 2017 dann 43. Das waren sogar mehr Verkehrstote als 2010. Damals hatte der Bund das Ziel ausgegeben, die Opferzahlen bis 2020 um 40 Prozent zu senken.

Auch insgesamt konnte das Saarland die Autoren beim Thema nachhaltige Verkehrspolitik nicht überzeugen. Neben der Sicherheit wurden Faktoren wie Lärmminderung, Klimaschutz, Luftqualität und Flächenverbrauch beleuchtet. Zudem flossen politische Zielsetzungen in die Bewertung ein. Das Saarland landete im Gesamtvergleich auf Platz 13, einen Rang schlechter als im vorherigen Index. Nur Bayern, Niedersachsen und Hamburg schnitten schlechter ab. Nach Ansicht des grünen Bundestagsabgeordneten Markus Tressel ist das Ergebnis „ein Armutszeugnis für die Saar-Groko“.



Negativ wirkte sich zudem die Rubrik Lärmentwicklung auf das Ergebnis aus. 4,8 Prozent der Bürger werden hierzulande demnach im Schnitt mit 65 Dezibel beschallt – den ganzen Tag. „Das ist ein sehr hoher Prozentwert“, sagt Flege. Punkten konnte die Region hingegen bei Luftqualität (Platz sechs) und Klimaschutz (fünf). Mit Thüringen weist das Saarland sogar den zweitniedrigsten verkehrsbedingten CO2-Ausstoß auf. Auch gebe es nur eine geringe Feinstaubbelastung und keine Überschreitungen beim Stickstoffoxid-Grenzwert im Jahresmittel 2017.

Verkehrsministerin Anke Rehlinger (SPD) freute sich gestern zwar, dass das Land in Sachen Luftqualität und Klimaschutz „auf dem richtigen Weg ist“. Sie räumte jedoch  ein, bei Lärmschutz und – besonders – bei Verkehrssicherheit „anziehen“ zu müssen. „Das Thema steht auf unserer Prioritätenliste ganz oben.“ Derzeit werde ein Programm erarbeitet, um die Zahl der Toten und Verletzten zu minimieren. Auch soll es ab 2019 einen landesweiten Tag der Verkehrssicherheit geben. Zudem stellte Rehlinger gestern ein neues Rad-Konzept fürs Saarland vor.