1. Saarland

Messerstecher wollte Ex-Freundin töten

Messerstecher wollte Ex-Freundin töten

Wegen versuchten Mordes an seiner Ex-Freundin in Dillingen steht ein 37-Jähriger seit gestern vor dem Schwurgericht. Ein Mann rettete die Frau durch sein beherztes Eingreifen. Er schlug den Täter in die Flucht.

Kurz vor Mitternacht am 4. November 2012 polterte jemand an der Wohnungstür von Michael Weber (50) in Dillingen. Als Weber öffnete, stand vor ihm eine durch Messerstiche verletzte, blutende 21-jährige Frau. Weber schlug den Täter, der die Frau verfolgte und erneut bedrohte, in die Flucht. Dabei wurde er selbst durch Messerstiche verletzt. SZ-Leser wählten den Retter zu "Saarlands Bestem" im Dezember 2012.

Vor dem Landgericht begann gestern der Prozess gegen den 37 Jahre alten Ex-Freund der jungen Frau. Die Anklage lautet auf versuchten Mord. Es könnte auch eine Verurteilung wegen versuchten Totschlags in Betracht kommen, sagte der Vorsitzende der Schwurgerichtskammer. Der Angeklagte ist weitgehend geständig. Durch seinen Verteidiger ließ er eine Erklärung verlesen, wonach er seine Ex-Freundin an den Dillinger Busbahnhof gelockt habe und tatsächlich vorhatte, sie zu töten. Er habe sie zu Boden geworfen, geschlagen und mehrmals zugestochen. Aber dann habe er realisiert, was er getan habe und aufgegeben. Es tue ihm sehr leid, er liebe sie, sei ihr verfallen. Er möchte vom Gericht in eine geschlossene Klinik zum Alkoholentzug eingewiesen werden.

Die junge Frau fürchtete um ihr Leben. "Ich wusste, jetzt will er mich umbringen", sagte sie. Als sie sah, dass Michael Weber sein Auto parkte und ins Haus ging, erkannte sie ihre Chance und rannte davon. Als Weber öffnete, hatte sie der Angeklagte bereits wieder weggezerrt. Sie lag auf dem Boden, der Retter ging dazwischen. Der Angreifer rannte davon und stellte sich später der Polizei.

Drei Jahre war das Paar zusammen, es gab Gewalt und Schläge, Trennungen, Aufenthalte in Frauenhäusern und Versöhnungen. Diese Gewalttaten werden nun ebenfalls verhandelt. In einem Fall, als die Betroffene zur Fahrt ins Frauenhaus abgeholt wurde, warf er sich vor ein fahrendes Auto und verursachte einen Sachschaden von 5000 Euro. Jetzt ist er auch wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr angeklagt. Der Prozess wird im Mai fortgesetzt.