Messer-Statistik: AfD will die Vornamen aller 842 deutschen Täter wissen

Messer-Statistik : AfD will die Vornamen aller 842 deutschen Täter wissen

Die AfD lässt nicht locker und legt in der Debatte um die Herkunft von Messerstechern nach.

In der Diskussion um die Messer-Statistik der Polizei und die Vornamen der Täter wirft die AfD-Fraktion im saarländischen Landtag der Landesregierung jetzt vor, unangenehme Tatsachen vertuschen zu wollen. „Wen möchte die Regierung herausfordern, unsere Fraktion oder die Intelligenz der Saarländer?“, fragte die Fraktion in einer Stellungnahme. Sie forderte, die Vornamen aller 842 deutschen Messer-Täter offenzulegen, um einen möglichen Migrationshintergrund ablesen zu können. Die Vornamen, die laut Landesregierung am häufigsten vorkommen, sind klassische Vornamen wie Michael, Daniel oder Andreas.

Zum Hintergrund: Die im September 2018 von der Polizei vorgelegte Statistik zur Messer-Kriminalität im Saarland von Januar 2016 bis April 2018 hatte ergeben, dass bei 842 von 1201 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten, bei denen ein Messer im Spiel war und der Täter anschließend ermittelt werden konnte, ein deutscher Staatsangehöriger verantwortlich war (70 Prozent).

Der AfD-Abgeordnete Rudolf Müller wollte sich damit nicht zufrieden geben, offensichtlich weil er vermutete, dass unter den deutschen Straftätern nicht wenige Migranten sind, die inzwischen einen deutschen Pass haben. Also fragte er die Landesregierung im Februar schriftlich: „Gibt es bei den im Lagebild als Täter aufgeführten 842 deutschen Staatsbürgern Häufungen bei Vornamen?“

Die Polizei recherchierte in ihren Datenbanken. Die Antwort auf die Frage lautet: Ja, es gibt eine Häufung von Vornamen. Allerdings sind es andere Vornamen, als die AfD sie erwartet haben dürfte: Michael (24 Fälle), Daniel (22 Fälle), Andreas (20 Fälle), Sascha (15 Fälle), Thomas (14 Fälle), Christian (13 Fälle), Kevin (13 Fälle), Manuel (13 Fälle), Patrick (13 Fälle), David (12 Fälle), Jens (12 Fälle), Justin (11 Fälle) und Sven (11 Fälle).

Die AfD an der Saar lässt nicht locker, was die Namen von Messerstechern betrifft. (Symbolfoto). Foto: dpa/Matthias Balk

Bundesweit erntete die AfD im Netz dafür Hohn und Spott, von einem klassischen Eigentor der AfD war die Rede. Doch der dreiköpfige AfD-Landtagsfraktion reichen die Daten der Regierung nicht, sie will auch die Vornamen wissen, die mit weniger als elf Fällen in die Statistik eingegangen sind. „Nicht alle heißen Michael“, verkündete die Fraktion – und fragte, warum nicht alle Namen genannt werden. „Von 842 Fällen deutscher Staatsangehöriger, die als Täter/Störer im Lagebild ‚Stichwaffen- und Messervorfälle‘ angegeben werden, werden 193 Fälle auf 13 für die Landesregierung anscheinend indigen deutsche Namen verteilt – was ist mit den restlichen 649 Fällen, respektive Vornamen? Was soll verschleiert werden, was der Öffentlichkeit vorenthalten werden?“ Die AfD Fraktion werde die Thematik weiterverfolgen.

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