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Wirbel um die letzte Ruhestätte

Wirbel um die letzte Ruhestätte

Nennig. Energisch tritt der Nenniger Ortsvorsteher Karl Fuchs Gerüchten um die Schließung von Teilen des Nenniger Friedhofs entgegen. Das Konzept für eine weitere Entwicklung, wie Karl Fuchs diese Maßnahme nennt, hatte die Gründung einer Bürgerinitiative zur Folge

Nennig. Energisch tritt der Nenniger Ortsvorsteher Karl Fuchs Gerüchten um die Schließung von Teilen des Nenniger Friedhofs entgegen. Das Konzept für eine weitere Entwicklung, wie Karl Fuchs diese Maßnahme nennt, hatte die Gründung einer Bürgerinitiative zur Folge. Sie wehrt sich vehement gegen eine "Außerdienststellung" von Friedhofsteilen und befürchtet sogar, dass Gräber geräumt werden, um neuen Platz zu machen. Auch eine Unterschriftenaktion wurde gestartet (wir berichteten). "Die so genannte Außerdienststellung von Teilen bedeutet keinesfalls, dass die rund 60 Gräber geräumt werden", sagt der Kommunalpolitiker. Die Ruhezeiten von 25 Jahren auf dem Nenniger Friedhof gelten natürlich auch für diese Gräber, sagt er. Man sei den Angehörigen auch dankbar, wenn sie die Gräber weiter pflegen würden. Beerdigt werde allerdings niemand mehr in dem betroffenen Gräberfeld. "Das bedeutet aber nicht, dass Eheleute oder Eltern und Kinder in ihrer letzten Ruhestätte getrennt werden", sagt Fuchs. Schließlich hätten die Angehörigen zehn Jahre Zeit, ihre Toten in den neuen Teil des Friedhofs umbetten zu lassen. Und das auf Kosten der Gemeinde. Es sei auch nicht der Ortsrat gewesen, der über die Teilschließung des Nenniger Friedhofe befunden habe - sondern der Gemeinderat. "Wir als Ortsrat wurden zwar gehört. Aber von der Verwaltung wurde der Vorschlag gemacht, die Gräber mit den wenigsten Ruhezeiten zu schließen." Vor gut zwei Jahren habe das Thema "Erweiterung des Friedhofs Nennig" gleich mehrere Male auf der Tagesordnung für den Gemeinderat gestanden. "Ziel war, ein Konzept für die Zukunft des Nenniger Friedhofes zu entwickeln", sagt Karl Fuchs. Nach der Vorstellung des Friedhofskatasters Ende Juni 2007 habe das Ingenieurbüro Paulus und Partner aus Wadern Anfang Juli die Entwurfsplanung für die Erweiterung des Friedhofs vorgestellt, im August habe sich der Nenniger Ortsrat dann mit dem Erweiterungskonzept befasst. "Damals schon mussten wir uns mit dem Problem einer Teilschließung auseinandersetzen. Denn ohne eine Teilschließung hätten wir eine Erweiterung nicht durchbekommen." Leicht habe man sich die Entscheidung nicht gemacht. "Schließlich wissen wir, dass der Friedhof ein Ort des Friedens und der Besinnung ist, auf dem die Angehörigen ihrer Lieben gedenken." Nach vielen Überlegungen habe sich der Ortsrat einstimmig dazu entschlossen, den oberen Teil ab der Höhe des Weges vor dem Kriegesdenkmal ab Februar dieses Jahres still zu legen. "Diese 60 Grabstätten bleiben bis zum Ablauf der Ruhezeiten erhalten, es wird nur niemand mehr darin bestattet", sagt Fuchs. Mit diesem Vorstoß sei der Bau- und Umweltausschuss einverstanden gewesen. "Die Entscheidung fiel einstimmig im Gemeinderat und der hat über solche Themen nun einmal zu befinden." Karl Fuchs mahnt jetzt die Verwaltung, endlich die versprochene Bürger-Information stattfinden zu lassen. "Ziel war, ein Konzept für die Zukunft des Nenniger Friedhofes zu entwickeln."Karl Fuchs