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Winterdienst im Kreis Merzig-Wadern gibt Vollgas

Schneetreiben im Kreis Merzig-Wadern : Winterdienst fährt mit voller Kraft voraus

Eis und Schnee haben in den vergangenen Tagen und Wochen die Streu- und Räumdienste ganz schön auf Trab gehalten.

So viel Schnee wie seit Jahren nicht mehr, häufig wechselnde Witterungsverhältnisse, dazwischen immer wieder Tauwetter und dann nachts fast regelmäßig überfrierende Nässe haben die Verkehrsteilnehmer und den Winterdienst vor große Herausforderungen gestellt. Nach Aussagen von Thomas Thiel vom Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) verliefen die Einsätze dennoch weitgehend reibungslos. Dabei forderten die schnellen Wechsel ein Höchstmaß an Flexibilität der Einsatzkräfte, die zumeist schon abends und in der Nacht mit ihren Streu- und Räumfahrzeugen im Einsatz waren.

 „Eine reibungslos funktionierende Volkswirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland, bei der über 90 Prozent des motorisierten Individualverkehrs und der überwiegende Anteil des Güterfernverkehrs auch auf den Bundes- und Landesstraßen abgewickelt werden, setzt voraus, dass der Infrastrukturbestandteil Straße Tag und Nacht uneingeschränkt zur Verfügung steht“, betont Thomas Thiel. Dies im Winter bei Schnee und Eisglätte zu gewährleisten, ist eine der Hauptaufgaben der Straßenbauverwaltungen der einzelnen Bundesländer, im Saarland also des Landesbetriebs für Straßenbau.

 Bei der Ausführung des Winterdienstes orientiert er sich an den Vorgaben des Bundesverkehrsministeriums. Die wichtigsten Straßen für den überregionalen beziehungsweise überörtlichen Verkehr, wozu die Bundesstraßen und die Landesstraßen I. und II. Ordnung zählen, müssen so von 6 bis 22 Uhr verkehrsbereit gehalten werden. Innerhalb der geschlossenen Ortschaften sind die Städte und Gemeinden selbst für den Winterdienst verantwortlich. Der Landesbetrieb unterstützt die Kommunen beim Räumen und Streuen, stellt ihnen dies jedoch anteilsmäßig in Rechnung.

 Der Herausforderung Winterdienst stellen sich die Mitarbeiter der Straßenmeistereien Sulzbach – später dann in Völklingen, die Bauarbeiten laufen –, Merzig, Rohrbach und St. Wendel: Sie betreuen dabei rund 300 Kilometer Bundesstraßen und fast 1500 Kilometer Landstraßen mit ihren Fahrzeugen, die winterdiensttauglich sind. Zur Unterstützung können sie dabei auf Fahrzeuge privater Unternehmen zurückgreifen.

In Streuguthallen und Soletankstellen, die über das ganze Land verteilt sind, lagern dazu mehrere tausend Tonnen Streusalz und Millionen Liter Salzlösung. Als Streusalz wird Natriumchlorid gestreut, also Kochsalz, dass auch in der Küche zur Verwendung kommt. Gestreut wird dies als sogenanntes „Feuchtsalz“. Das heißt, dass das trockene Streusalz vor dem Einsatz mit der Salzlösung angefeuchtet wird, was eine gezieltere Ausbringung kleinerer Mengen sowie eine schnellere und bessere Wirkung möglich macht. „Feuchtsalz ist somit sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus ökologischer und verkehrlicher Sicht die beste Lösung im Winterdienst“, erklärt Thomas Thiel.

 Die Früherkennung der Wetterentwicklung spielt beim Winterdienst eine große Rolle. Wichtige Entscheidungshilfen sind dabei die Daten des Deutschen Wetterdienstes. Das Wetterinformationssystem SWIS informiert die Meistereien permanent über die Straßenzustände und Wetterprognosen der kommenden 24 Stunden (Kurzzeitprognose) und der kommenden zehn Tage (Langzeitprognose). Die stundengenaue Vorhersage macht zudem einen vorbeugenden Streueinsatz möglich.

Einen wesentlichen Beitrag in Richtung Früherkennung bilden auch die an exponierten Stellen saarländischer Bundes- und Landstraßen installierten Messstellen der Glatteis-Frühwarnanlage. Hiervon stehen insgesamt neun an Bundesstraßen sowie acht an Landstraßen. Die in die Fahrbahnen eingelassene Sensoren registrieren die aktuelle Lufttemperatur und die Temperatur der Fahrbahndecke. Niederschläge werden unterschieden nach Regen, Schnee oder Eisregen.

 Während die Zahlen zum Winterdienst relativ schnell für einzelne oder alle Meisterreihen zu ermitteln sind, ist dies für die Landkreise nicht so einfach möglich. So werden die Landkreise Merzig-Wadern und Saarlouis von zwei Meistereien betreut, deren Grenzen nicht deckungsgleich sind. So deckt die Straßenmeisterei Merzig auch Teile des Kreises Saarlouis ab. Hier wurden bisher rund 76 000 Kilometer geräumt und bestreut. Der Zeitaufwand beläuft sich hier bislang auf mehr als 2200 Stunden.

Die Straßenmeisterei Sulzbach beziehungsweise später Völklingen ist für einen weiteren Anteil des Kreises Saarlouis zuständig und war bislang in Sachen Winterdienst rund 1100 Stunden auf mehr als 47 000 Kilometern im Einsatz. Dabei wurden in den beiden Straßenmeistereien mehr als zwei Millionen Kilo Sole und mehr als sechs Millionen Kilo Salz verbraucht.

 Die Straßenmeisterei Merzig hat Winterdienst-Stützpunkte in Wadern, Oberleuken und Bergen; die Straßenmeisterei Sulzbach beziehungsweise später Völklingen hat Stützpunkte in Lisdorf und Dorf im Warndt.

Für die nächsten beiden Tagen werden winterliche Straßenverhältnisse vorhergesagt – viel Arbeit wartet also womöglich auf die Mitarbeiter der Räumdienste. In der zweiten Wochenhälfte soll das Thermometer dann deutlich über die Nullgradgrenze steigen: Anstelle von Eis und Schnee wird mit Nässe, Hochwasser, Wind und Sturm gerechnet.