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Halloweenlauf: Wenn Gruselmonster Vollgas geben

Halloweenlauf : Wenn Gruselmonster Vollgas geben

Was war das wieder ein schaurig schönes Lauf-Vergnügen: 728 Gruselmonster machten am Dienstag beim 13. Halloween-Lauf die Oppener Straßen unsicher und verwandelten das Wohngebiet Schlädt in eine Geister-Rennbahn.

„Sechs! Fünf! Vier!“ – der Countdown zum 13. Halloween-Lauf läuft, und den Zuschauern bietet sich ein schaurig schönes Bild. Wenige Meter von der Lückner-Arena entfernt hat sich am Dienstagabend eine Armee furchterregender Schreckgestalten versammelt. Blutdurstige Vampire, geifernde Monster und jede Menge Hexen wippen vorm Startbogen unruhig auf und ab, und sind kurz davor, auszubrechen.

5100 Meter und sechs flotte Runden durch das Wohngebiet Schlädt stehen den spaßgierigen Gruselgestalten im Hauptlauf bevor. Gespenster, Geister und finstere Gestalten bibbern vor Kälte bei frostigen fünf Grad Außentemperatur. Ein schauriger Anblick, aber sie führen ja nichts Böses im Schilde. Sie wollen nur laufen. „Drei! Zwei! Eins“ – mit dem Startsignal scheint der Mond durch die bedrohlichen Wolken. Das ist vom Veranstalter LG Reimbach-Oppen sicher so geplant gewesen und ein klarer Vorteil für die teilnehmenden Werwölfe. Geheult wird später, jetzt nimmt das Grauen seinen Lauf.

Kurz nach Einbruch der Dunkelheit trieben im Beckinger Ortsteil bereits hunderte Nachwuchs-Monster ihr Unwesen. Furchteinflößende Gnome und Kobolde machten beim Wichtellauf die Oppener Geister-Rennbahn unsicher. Für die furchteinflößende Lauf-Kulisse sorgen wie immer die Anwohner. Ganz schön verrückt, auf welch gruselige Ideen die kreativen Hausbesitzer gekommen sind: Grabsteine ragen aus Vorgärten, Gespenster zappeln an Galgen. Lebende Leichen servieren im Vorgarten knusprig gebratene Menschenarme. „Echt cool, dass alle Leute mitmachen“, findet Angelina die Horror-Schauplätze ungeheuer motivierend. Und nicht nur das. „Auf den letzten Metern haben mich die Zuschauer toll angefeuert, da habe ich noch einmal Gas gegeben“, erzählt das neun Jahre alte Skelett aus Heusweiler. „Meine Beine sind irgendwann wie von selbst gelaufen“, stimmt Vampir Marie-Christine zu. Im nächsten Jahr wollen die Freundinnen wieder dabei sein – Ehrensache.

 Vorsicht, die leben (noch). Es ist unglaublich, was sich die Anwohner für den Halloween-Lauf so alles einfallen lassen.
Vorsicht, die leben (noch). Es ist unglaublich, was sich die Anwohner für den Halloween-Lauf so alles einfallen lassen. Foto: Ruppenthal
 Marie-Christine und Angelina waren erstmals dabei – und begeistert.
Marie-Christine und Angelina waren erstmals dabei – und begeistert. Foto: Peter Wilhelm

Insgesamt laufen 728 Kinder, Jugendliche und Erwachsene und staunen – wenn sich der Nebel im Grusel-Tunnel nach einigen Metern wieder verzogen hat. „Das waren keine Puppen. Die haben sich bewegt“, schreit eine Läuferin auf. „Ich hab’s nicht gesehen“, lacht ihre Freundin. „Ich schaue es mir in der nächsten Runde genauer an.“ Und sollte es nicht klappen, dann eben im nächsten Jahr. Das gespenstisch schöne Oppener Lauf-Spektakel schreit nach einer Fortsetzung. Die Werwölfe würden sagen: Es war wieder zum Heulen schön.