"Zu wenig erneuerbare Energien" Hero wundert sich über Ratsmitglied Dewald weist Vorwürfe zurück

Wadern/Weiskirchen. Mangelnden Einsatz im Bereich erneuerbarer Energien werfen Grüne aus Weiskirchen und Wadern ihren Kommunen vor

Wadern/Weiskirchen. Mangelnden Einsatz im Bereich erneuerbarer Energien werfen Grüne aus Weiskirchen und Wadern ihren Kommunen vor. In einer gemeinsamen Presseerklärung sagen Henry Selzer von der Grün-Alternativen Liste (GAL) Weiskirchen und Peter Rohles von den Grünen in Wadern: "Während Merzig und Losheim um die Vorrangstellung bei der Nutzung erneuerbarer Energien wetteifern, geraten Wadern und Weiskirchen bei diesem Thema immer mehr ins Hintertreffen."Selzer und Rohles nennen diverse Beispiele: "In Losheim gibt es einen Holzhof, die größte Biogasanlage im Saarland, auf der Wahlener Platte sind zahlreiche Windkraftanlagen, und auf der ehemaligen Mülldeponie ist ein großer Solarpark geplant." Merzig weise mit der Mülldeponie Fitten sogar die größte Photovoltaikanlage auf einer vorbelasteten Fläche auf. Durch ein solches Engagement werde nach Meinung der beiden Politiker nicht nur die Umwelt geschützt, sondern auch neue Arbeitsplätze für den Mittelstand geschaffen. In Wadern und Weiskirchen müsse sich für solche Aktivitäten erst ein politischer Grundkonsens erst finden. "Von Seiten der Stadt Wadern und der Gemeinde Weiskirchen werden weder der Betrieb von Bioenergieanlagen noch von Windenergie und Photovoltaik ausreichend gefördert oder aktiv betrieben", so die Politiker.In Wadern befinde sich auf keinem öffentlichen Gebäude eine Photovoltaikanlage. Und in Weiskirchen sei das nur auf dem Haus des Gastes der Fall. Die geplante Freiflächen-Photovoltaikanlage, die auf einer Fläche von 76 Hektar am Spießkopf bei Weierweiler geplant wird, sei ökologisch gesehen fragwürdig. Denn das Land werde dadurch aus der aktiven Nutzung durch Biobauern herausgenommen und der extensiven Landwirtschaft entzogen.In Weiskirchen gebe es zwar eine private Biogasanlage, aber die vier Windräder, die den Wildpark um erneuerbare Energieproduktion anreichern sollen, befänden sich "irgendwo in der bürokratischen Endlosschleife zwischen Saarbrücken und Weiskirchen".Das Ansinnen von Saarforst, an geeigneten Waldstandorten in Wadern Windkraftanlagen anzulegen, sei von den betroffenen Ortsräten abgelehnt worden. "Weitere Windkraftanlagen sind nicht geplant oder können nicht geplant werden, weil das Land in der Vergangenheit sehr restriktiv mit möglichen Standorten umgegangen ist, in Wadern wie in Weiskirchen", bemängeln Selzer und Rohles.Weiskirchen. Verwundert zeigt sich Weiskirchens Bürgermeister Werner Hero (Foto: SZ) über viele Aussagen von Selzer und Rohles. Vor allem sei unverständlich, dass Ratsmitglied Henry Selzer nicht wisse, dass die Gemeinde Weiskirchen ebenfalls am Holzhof in Losheim beteiligt sei.Auch darüber hinaus engagiere sich die Gemeinde für erneuerbare Energien. Mit großem Erfolg habe man gemeinsam mit der Firma CIC Solar für private Photovoltaikanlagen geworben. Nur in einem Punkt gab Hero den beiden Politikern Recht: Das Genehmigungsverfahren für die Windräder im Wildpark ziehe sich sehr in die Länge. "Das dauert mir persönlich auch zu lange", sagte der Bürgermeister. gdaWadern. Bürgermeister Fredi Dewald (Foto: SZ) widerspricht der Aussage von Selzer und Rohles, die Stadt Wadern tue zu wenig für die Förderung erneuerbarer Energien. In der Vergangenheit habe sie massiv für Photovoltaikanlagen auf Privathäusern geworben. In Zukunft sollen auch Schulen mit Solaranlagen ausgestattet werden. "Keine Kommune kann es sich dauerhaft leisten, auf erneuerbare Energien zu verzichten", sagt Dewald. Auch in Sachen Windenergie wolle Wadern etwas tun, allerdings nicht im derzeitigen Windvoranggebiet in Nunkirchen. Das sei ungeeignet für Windräder, "die außerdem auf Widerstand bei den Anwohnern stoßen". Derzeit suche die Stadt nach Alternativen. gda

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