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Bürgermeisterwahl Weiskirchen: Wolfgang Hübschen ist auf „Zuhör-Tour“

Bürgermeisterwahl Weiskirchen : Wolfgang Hübschen ist auf „Zuhör-Tour“

Der Wahlkampf zur Bürgermeisterwahl in Weiskirchen geht in den Endspurt. Die SZ spricht kurz vor dem Wahlsonntag noch einmal mit allen fünf Kandidaten. Heute: Wolfgang Hübschen, CDU.

Für die CDU tritt am kommenden Sonntag, 3. Juni, Wolfgang Hübschen bei der Wahl zum neuen Bürgermeister in Weiskirchen an. Knapp 25 Stunden pro Woche investiert er bis dahin in seinen Wahlkampf. Der Hauptamtsleiter der Weiskircher Verwaltung mache „normalerweise um 16 Uhr Feierabend. Ab dann bin ich circa vier Stunden unterwegs.“ Auch samstags vormittags laufe er durch die Straßen, spreche mit den Bürgern.

Unterstützt wird er dabei von einem kleinen Team aus vier Personen. „Ich wollte das Team bewusst klein halten, obwohl noch viele andere teilnehmen wollten“, sagt Hübschen. Außerdem wollte er auf so wenig Unterstützung wie möglich aus seinem Parteiumfeld zurückgreifen. „Ich bin zwar Kandidat der CDU, ich will das aber parteiunabhängig machen“, erklärt er. So seien auch die Hausbesuche gestaltet – nämlich mit Personen aus dem Ort, aus den Vereinen, „wo ich auch herkomme“, sagt Hübschen.

Was ihm bei seiner Tour aufgefallen ist? „Der Grundtenor ist ganz klar, dass bei Weitem nicht alles rosig ist.“ Trotzdem stehe bei den Bürgern die „große Politik“ eher im Hintergrund. Es seien vielmehr die kleinen Probleme, die die Weiskircher umtreiben: Unstimmigkeiten in der Nachbarschaft, dass Bürgersteige abgesackt sind oder Probleme bei Überschwemmungen und mit dem Abwasser nennt Hübschen als Beispiele.

Zwei große Themen liegen den Weiskirchern der Aussage Hübschens nach nichtsdestotrotz am Herzen, für die er sich besonders stark machen möchte: eine adäquate ärztliche Versorgung durch einen zweiten Hausarzt im Ort und eine Nordsaarland-Klinik sowie der Fortbestand des Weiskircher Polizeipostens. Bei Letzterem stellt er sich klar gegen seinen Partei-Kollegen, Innenminister Klaus Bouillon, durch dessen Polizei-Reform der Dienststelle die Schließung droht. „Das Festhalten an den Dienststellen ist ganz klar kein Kirchturmdenken der Bürgermeister, wie der Innenminister jüngst sagte. Wenn ein Bürgermeister sich nicht darum kümmert, dass die Polizei vor Ort ist, dann ist er fehl am Platz. Das sage ich ganz deutlich.“

Auch bei seiner „Zuhör-Tour“ durch die Ortschaft. Während dieser sei er „sehr gut von den Bürgern aufgenommen“ worden. Es habe keine Ressentiments gegeben. Nur in „zwei, drei Fällen haben die Leute ganz klar gesagt, dass sie nichts mit Politik zu tun haben wollen und mich höflich gebeten zu gehen. Das ist vollkommen in Ordnung, das akzeptiere ich natürlich“. Ein amüsantes Erlebnis, bei dem der CDU-Kandidat auch mal ordentlich lachen musste, sei der Besuch bei einer Frau gewesen, die ganz deutlich sagte, sie könne ihn nicht wählen. Als Hübschen nach dem Grund fragte, habe die Frau entgegnet: „Na, weil Sie an der Kappensitzung dann nicht mehr bei uns am Tisch, sondern an dem anderen sitzen müssen.“

Falls Hübschen Bürgermeister wird, möchte er seine Zuhör-Tour in zwei Jahren wiederholen, sagt er. Denn die  Leute kämen nur ins Rathaus, wenn es um etwas Gravierendes gehe. Ein persönlicher Kontakt, auch direkt am oder im Haus, sei daher besser, findet er.

Er schätzt die Wahlbeteiligung beim ersten Wahlgang „sehr, sehr hoch ein. Bei der drohenden Stichwahl bin ich mir aber nicht so sicher. Vor allem wegen der Briefwahl“, gibt Hübschen zu bedenken. Bis jetzt hätten sich rund 500 Bürger für die Briefwahl entschieden. Ob die dann auch bei einer Stichwahl im Urlaub von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen, bezweifelt Hübschen. Überhaupt erachte der CDU-Kandidat es als schwierig, „bei einer Stichwahl die Leute nochmal zum Wählen zu aktivieren“.