Windpark: Waldweiler macht Druck

Der Windpark bei Waldweiler sorgt weiter für Debatten: Die Nachbargemeinden Kell, Mandern und Schillingen sind dagegen; Waldweiler will nun das Projekt forcieren. Der Bauantrag kann frühestens im Februar eingereicht werden.

In unmittelbarer Nähe zum Windpark auf dem Schimmelkopf bei Weiskirchen , der sich derzeit im Bau befindet, sollen weitere Windräder gebaut werden. Die rheinland-pfälzische Ortsgemeinde Waldweiler will drei Anlagen auf dem Teufelskopf errichten. Doch das Projekt sorgt für Zoff mit den benachbarten Orten Kell, Mandern und Schillingen . Jetzt prescht Waldweiler vor, will den Windpark im Alleingang errichten.

Hohe Effektivität erwartet

"In letzter Zeit gab es Turbulenzen und Gerüchte. Deshalb wird die Windkraft wieder öffentlich behandelt", leitete der Waldweiler Ortsbürgermeister (entspricht im Saarland dem Ortsvorsteher) Manfred Rauber die jüngste Sitzung des Ortsgemeinderates (im Saarland: Ortsrat) ein. Vom Vertragspartner Juwi, der auch hinter dem Weiskircher Windpark steht, betonten Projektmanager Stefan Kuczera und Regionaldirektor Andreas Adams die hohe erwartete Effektivität des Teufelkopfes als Standort von drei Windrädern, die jedes 100 000 Euro pro Jahr für den Ort bringen können. "0,4 Prozent der 533 Hektar Wald werden für den Bau der Anlagen gebraucht, insgesamt 2,7 Hektar", rechnete Kuczera vor. Die Räder entwickeln nach seinen Angaben höchstens 42 Dezibel Geräusch. Da sei die nahegelegene Bundesstraße lauter. Ein Schattenwurf durch die Rotoren könne in zehn bis 20 Stunden pro Jahr auftreten. "Selbst zeitweise Abschaltungen für die Fledermäuse bringt nur vier Prozent Verlust", zeigte der Juwi-Ingenieur an einer Grafik. Der Rat beschloss vorsorglich, einen Bauantrag bei der Kreisverwaltung zu stellen. "Dieser kann frühestens im Februar eingereicht werden, da die Nachforschungen über die Mopsfledermaus noch nicht ganz abgeschlossen sind", sagte Ortsbürgermeister Rauber. Durch den Bau von vier Rädern auf dem Gebiet der Gemeinde Weiskirchen ganz in der Nähe stehe die Infrastruktur, die für den Bau nötig sei, bereits zu 50 Prozent, einschließlich Leerrohre und Umspannwerk.

"Alle Gutachten liegen vor. Wir haben nicht nur den besten Standort auf dem Teufelskopf, sondern sind in der Planung auch am weitesten fortgeschritten", unterstrich der Ortschef, bedauerte aber, dass die Nachbargemeinden Kell, Mandern und Schillingen gegen den Standort seien: Sie befürchten durch den geplanten Windpark, der mitten in der Kernzone des Naturparks Saar-Hunsrück errichtet werden soll, massive Zerstörungen an der Natur und Artenvielfalt. Ortsbürgermeister Rauber sagte: "Wir sind zur Zusammenarbeit mit der Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR, siehe Infobox) bereit, aber mit uns redet ja keiner." Die Vertragspartner Ortsgemeinde und Juwi befürchten, dass es Einbußen geben könne, wenn die drei Anlagen nicht bis Ende 2015 am Netz seien. Danach sinkt die Einspeisevergütung laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Juwi will die Inbetriebnahme bis Ende nächsten Jahres schaffen.

Neuer Forstwirtschaftsplan

Die ebenfalls in der Sitzung behandelte Vorstellung des Forstwirtschaftsplans nutzte Rauber für eine Frage: "Könnte der Forst nicht in den geplanten 3000 Festmetern Hiebsatz die Stellflächen für die Windräder berücksichtigen?" Das sei nicht so einfach, meint Forstamtsleiter Helmut Lieser: "Da müssen wir in die Baumkronen schauen, ob keine Nester drin sind."

Zum Thema:

Auf einen blick Der Keller Verbandsgemeindebürgermeister Martin Alten (CDU ) kommentierte: "Durch den Beschluss des Gemeinderats Waldweiler , die Firma Juwi mit der Einreichung des Bauantrags zu beauftragen, wird die Kompromissfindung in der Verbandsgemeinde (VG) sicher nicht einfacher werden. Alle Beteiligten sollten doch daran interessiert sein, einen vernünftigen Flächennutzungsplan zu erstellen." Bürgermeister Alten ist Vorsitzender des Verwaltungsrates der Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR), die erneuerbare Energien forcieren will. Waldweiler gehört bislang dieser AöR nicht an. doth