Wenn ein Rat kalte Füße bekommt

Dass der Gemeinderat von Weiskirchen den von vielen erwarteten Abschluss der Vereinbarung mit dem Kindergartenträger Kita gGmbH doch nicht gebilligt hat, zeugt nicht von besonderem Mut der Ratsmitglieder.

Sondern vielmehr war es das Eingeständnis eigener Unzulänglichkeit. Es hatte unverkennbar den Eindruck, als wüsste so mancher in dem Gremium nicht, was eigentlich in dem Vertrag drinsteht, den er in dieser Sitzung auf den Weg bringen sollte. Umso konsternierter schienen viele Ratsmitglieder angesichts der Zahlen, die ihnen die erbosten Eltern während der Sitzung präsentierten. In der Tat ist ein Anstieg um bis zu 40 Prozent ein dicker Hund. Angesichts dieser Dimensionen kam wohl so mancher Volksvertreter ins Grübeln.

Gleichwohl hat der Rat nur für eine Atempause gesorgt. Dass die Elternbeiträge in Weiskirchen ansteigen werden, ist aus zwei Gründen unumgänglich. Zum einen ist es die desaströse Finanzlage der Gemeinde, die ihr kaum Spielraum für soziale Wohltaten in Form freiwilliger Leistungen lässt. Da passt es zum zweiten nicht, dass die Gemeinde in den vergangenen Jahren die Elternbeiträge künstlich niedrig gehalten hat und eigentlich notwendige Erhöhungen seit vier Jahren nicht vollzogen hat. Das rächt sich nun, und das wird nur durch eine Beitragsanpassung auszugleichen sein.